Britisches Lohnwachstum sinkt auf 4,5% – Bank of England im Fokus
Das Lohnwachstum in Großbritannien hat sich im November auf 4,5% verlangsamt. Die Bank of England beobachtet die Entwicklung genau, da sie Rückschlüsse auf die künftige Inflation zulässt.

Das jährliche Lohnwachstum in Großbritannien hat sich in den drei Monaten bis November leicht abgeschwächt. Ohne Berücksichtigung von Prämien sank die Rate auf 4,5%, wie das britische Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte. Im Vormonat hatte das Wachstum noch bei 4,6% gelegen.
Die Zahlen entsprachen weitgehend den Erwartungen von Ökonomen, die in einer Reuters-Umfrage eine Rate von 4,5% prognostiziert hatten. Für die Finanzmärkte und die britische Notenbank sind diese Daten von besonderer Bedeutung.
Zinssenkungen rücken näher
Die Bank of England nutzt die Lohnentwicklung als wichtigen Indikator für den künftigen Inflationsdruck. Anhaltend hohes Lohnwachstum könnte die Teuerungsrate länger auf erhöhtem Niveau halten. Die aktuellen Daten deuten jedoch auf eine Entspannung hin.
Die Finanzmärkte haben bereits reagiert: Mindestens eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte für 2026 ist vollständig eingepreist. Die Wahrscheinlichkeit für zwei Senkungen liegt bei etwa zwei Dritteln.
Britische Wirtschaft zeigt Lebenszeichen
Parallel zu den Lohndaten gab es positive Signale von der Konjunktur. Letzte Woche veröffentlichte Zahlen zeigten für November ein stärker als erwartetes Wirtschaftswachstum. Britische Unternehmen hatten monatelang abgewartet, bevor Finanzministerin Rachel Reeves Ende des Monats ihren Haushaltsplan vorlegte.
Die Kombination aus nachlassendem Lohnwachstum und überraschend robuster Konjunktur könnte der Bank of England mehr Spielraum für geldpolitische Lockerungen verschaffen. Anleger beobachten die weitere Entwicklung aufmerksam.
