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Venezuela plant Schuldenanalyse: Top-Berater Ortega zeigt sich optimistisch

Wirtschaftsberater Calixto Ortega kündigt Veröffentlichung der Schuldennachhaltigkeitsanalyse an – Umschuldung von bis zu 200 Milliarden Dollar steht im Raum.

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Venezuela plant Schuldenanalyse: Top-Berater Ortega zeigt sich optimistisch

Venezuela hofft, seine Analyse zur Schuldennachhaltigkeit „sehr bald“ zu veröffentlichen. Das sagte Calixto Ortega, der führende Wirtschaftsberater des südamerikanischen Landes, am Mittwoch in einer Podiumsdiskussion während der Jahrestagungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Der Prozess sei allerdings herausfordernder als erwartet, räumte Ortega ein. Die Meldung stammt aus der Reuters-Berichterstattung mit Dateline Bangkok.

Das ölproduzierende Land hatte im Mai Pläne zur Umstrukturierung seiner Schulden bekannt gegeben und arbeitet seither an makroökonomischen und schuldenbezogenen Rahmenwerken, um diesen Prozess zu untermauern. Ursprünglich sollten die entsprechenden Unterlagen bereits im Juni vorgelegt werden. Ortega erklärte damals, sie seien „fast fertig“ gewesen – bevor das Land in jenem Monat von verheerenden Erdbeben heimgesucht wurde.

„Dies ist eine Priorität“

Trotz der Verzögerung zeigt sich der Wirtschaftsberater zuversichtlich. „Dies ist eine Priorität“, betonte Ortega mit Blick auf die Veröffentlichung der Dokumente, und fügte hinzu: „Ich bin sehr optimistisch.“ Für Anleger ist das insofern relevant, als die Vorlage dieser Analysen als Grundlage für konkrete Verhandlungen mit den Gläubigern gilt. Ohne belastbare Schuldentragfähigkeitsanalyse lassen sich Restrukturierungsgespräche kaum strukturieren.

Die Umstrukturierung der geschätzten 150 bis 200 Milliarden US-Dollar Schuldenlast Venezuelas könnte nach den Worten Ortegas die größte der Geschichte sein. Erschwert wird sie durch ein einzigartiges Geflecht von Gläubigern – ein Faktor, der den Prozess langwierig und juristisch komplex macht. Deutsche und europäische Investoren sind an venezolanischen Staatsanleihen historisch zwar nur begrenzt engagiert, doch die Höhe der Verbindlichkeiten macht den Fall zu einem Referenzpunkt für künftige souveräne Umschuldungen.

Absage an die Dollarisierung

Klar positionierte sich Ortega zur Währungsfrage: Die Dollarisierung sei „nicht die richtige Antwort“ für Venezuela. Stattdessen müsse das Land seine Landeswährung stärken und seine Institutionen ausbauen, um wirtschaftliche Aktivitäten zu erleichtern. Damit distanziert sich die Regierung von einem Weg, den andere Krisenländer in der Vergangenheit gewählt haben, um die Inflation zu brechen.

Mittelfristig will Venezuela nach Angaben Ortegas ein Inflationszielsystem (Inflation Targeting) einführen. Ziel sei es, eine zweistellige Inflationsrate „eher früher als später“ zu erreichen. Ein solcher Schritt würde eine deutliche Verbesserung der derzeitigen Preisstabilität voraussetzen und gilt als zentraler Baustein für die Rückkehr an die internationalen Kapitalmärkte.

Zusätzlich berichtete Ortega, Venezuela habe in diesem Jahr Vereinbarungen mit Goldproduzenten geschlossen. Geplant sei, Gold in der Zentralbank zu lagern und die internationalen Reserven des Landes aufzubauen. Goldreserven spielen für Venezuela seit Jahren eine wichtige Rolle bei der Absicherung der Außenwirtschaft.

Was das für Anleger bedeutet

Die Aussagen vom IWF- und Weltbank-Treffen senden ein gemischtes Signal: Einerseits bestätigt Ortega den Willen zur Umschuldung und zur Vorlage der technischen Grundlagen, andererseits bleiben konkrete Zeitpläne offen. Der Verweis auf „sehr bald“ und „fast fertig“ hat in der Vergangenheit wiederholt für Verzögerungen gesorgt. Für Marktteilnehmer entscheidend dürfte sein, ob die Dokumente tatsächlich veröffentlicht werden und welche Kennzahlen zur Schuldentragfähigkeit sie enthalten.

Bis dahin bleibt die Lage für Gläubiger unübersichtlich. Das komplexe Gläubigergeflecht, die Frage nach der Rolle der Landeswährung und der angestrebte Wechsel zu einem Inflationszielsystem sind die zentralen Stellschrauben. Wie schnell Venezuela diese Themen abarbeitet, hängt maßgeblich von der makroökonomischen Stabilisierung ab – und davon, ob die Regierung die angekündigten Rahmenwerke nun tatsächlich vorlegt.

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