Vaxcyte-Aktie steigt: Pneumonie-Impfstoff VAX-31 überzeugt in Studie
Der Impfstoffkandidat VAX-31 zeigt in einer Studie vergleichbare Immunantworten wie die Konkurrenz von Pfizer und Merck.

Die Aktie von Vaxcyte hat zugelegt, nachdem das Biotech-Unternehmen neue Studiendaten zu seinem Impfstoffkandidaten VAX-31 vorgelegt hat. Der Impfstoff zielt auf 31 Stämme der Bakterien ab, die Lungenentzündung, Meningitis und Blutstrominfektionen verursachen. Mit dieser breiten Abdeckung positioniert sich Vaxcyte im hart umkämpften Markt für Pneumokokken-Impfstoffe gegen die etablierten Produkte der großen Pharmakonzerne.
VAX-31 soll mit Prevnar 20 von Pfizer konkurrieren, das 20 Stämme abdeckt, sowie mit Capvaxive von Merck, das 21 Stämme abdeckt. Vaxcyte tritt damit gegen zwei Schwergewichte der Branche an, die ihre Impfstoffe bereits zugelassen und am Markt etabliert haben. Der Ansatz des Unternehmens setzt auf eine breitere Abdeckung als Wettbewerbsvorteil.
Vergleichbare Immunantworten bei gemeinsamen Stämmen
Nach Angaben von Vaxcyte zeigte VAX-31 bei allen 28 Stämmen, die es mit den Wettbewerbern gemeinsam hat, vergleichbare Immunantworten wie die rivalisierenden Impfstoffe. Das Unternehmen gab zudem an, dass VAX-31 bei drei Stämmen, die ausschließlich von ihm abgedeckt werden, stärkere Immunantworten hervorrief als die bestehenden Impfstoffe. Diese Ergebnisse stützen die These, dass eine höhere Stammabdeckung nicht zulasten der Wirksamkeit bei den bereits abgedeckten Stämmen gehen muss.
Allerdings verlief die Studie nicht in allen Punkten erfolgreich. Bei zwei Stämmen im Vergleich zu Mercks Impfstoff wurde das Hauptziel der Studie verfehlt. Dieser Punkt dürfte für Anleger und Analysten von besonderem Interesse sein, da er die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Capvaxive in Teilen relativiert.
Für deutsche Anleger ist der Fall Vaxcyte ein Beispiel für die Dynamik im Impfstoffmarkt, in dem sich kleinere Biotech-Firmen gegen die Forschungsabteilungen der großen Konzerne behaupten müssen. Der Markt für Pneumokokken-Impfstoffe gilt als attraktiv, weil die Bakterien weltweit eine bedeutende Krankheitslast verursachen und Impfprogramme in vielen Ländern fest etabliert sind.
Die Reaktion des Aktienkurses zeigt, dass der Markt die vorgelegten Daten überwiegend positiv aufnimmt. Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte sein, wie Vaxcyte die verfehlten Ziele bei den beiden Stämmen im Vergleich zu Merck einordnet und ob weitere Studiendaten die Wettbewerbsfähigkeit des Kandidaten untermauern können. Der Wettlauf um den breitesten und wirksamsten Pneumokokken-Impfstoff bleibt damit in vollem Gange.
