ANZEIGE

Apollo warnt vor Bank Run durch KI-Agenten im Finanzsektor

Der Invesco KBW Bank ETF fällt den dritten Wochenverlauf in Folge, während Apollo vor einem durch KI ausgelösten Einlagenabzug warnt.

• 2 Min
Apollo warnt vor Bank Run durch KI-Agenten im Finanzsektor

Der Finanzsektor steht unter Druck – und künstliche Intelligenz könnte laut Apollo Global Management ein weiteres Problem für die Branche darstellen. Der Invesco KBW Bank ETF (KBWB) verzeichnete in der vergangenen Woche einen Rückgang von 2,3 Prozent und damit seinen dritten wöchentlichen Verlust in Folge. Dies entspricht der längsten Verlustserie des Fonds seit Mitte März.

Vom Monatsbeginn bis heute ist der KBWB um 5,7 Prozent gefallen und liegt damit auf Kurs für seine schlechteste monatliche Performance seit März 2025, als er um fast 10 Prozent einbrach. Goldman Sachs und Bank of America sind die schwächsten Wertpapiere des Fonds in diesem Monat, wobei beide Kurseinbußen von mehr als 8 Prozent verzeichnen. Auch Morgan Stanley ist im September um nahezu 8 Prozent gefallen.

Andere Bereiche des Finanzsektors waren ebenfalls betroffen. Die Aktien der Maklerfirmen Charles Schwab und Interactive Brokers liegen im laufenden Monat jeweils um 9,8 Prozent beziehungsweise 8,3 Prozent im Minus.

Zinsen als zentraler Belastungsfaktor

Was ist die Ursache für diese Rückgänge? Zwei Worte: Zinsen. Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen haben in letzter Zeit auf mehrjährige Höchststände geklettert, da Händler darauf wetten, dass die erhöhten Ölpreise die Federal Reserve zu einer weiteren Straffung der Geldpolitik bewegen. Höhere Zinssätze könnten das Kreditwachstum für Banken verlangsamen und deren Ergebnislage belasten.

Apollo Global Management hebt zudem eine weitere Sorge hervor. „Wenn jeder Haushalt KI-Agenten zur Optimierung der Rendite seiner Cash-Bestände einsetzen würde, könnten Banken einen großen Teil der günstigen Einlagen verlieren, auf die sie für die Kreditvergabe angewiesen sind, was ein Problem für das gesamte Finanzsystem darstellen würde“, schrieb Torsten Slok, Chefökonom des Unternehmens.

Slok wies darauf hin, dass viele Fintech-Unternehmen deutlich attraktivere Zinsen bieten als traditionelle Banken. Einlagen bei SoFi Technologies hätten beispielsweise eine jährliche Verzinsung (APY) von 4,5 Prozent, so sein Hinweis. Der nationale Durchschnitt liege hingegen bei 0,1 Prozent. Er veröffentlichte seine Analyse in einem Beitrag mit dem Titel „Is an Agentic Bank Run Coming?“ („Steht uns ein agenterischer Bank Run bevor?“).

KI-Assistenten als Katalysator für Einlagenverschiebungen

„Muse und ähnliche agentische KI-Assistenten könnten bald automatisch das Bargeld der Haushalte auf Konten mit 3,3 Prozent bis 5,0 Prozent umleiten, anstatt auf den nationalen Durchschnitt von 0,1 Prozent bei Girokonten“, bemerkte Slok. Der Kern der Sorge: Wenn Software-Agenten die Optimierung von Erträgen übernehmen, könnten Einlagen schneller und in größerem Umfang zwischen Instituten verschoben werden, als es Banken bislang gewohnt sind.

Für deutsche Anleger ist der Befund insofern relevant, als der KBWB als Barometer für die Stimmung gegenüber dem US-Bankensektor gilt und die dortigen Entwicklungen häufig auf die europäische Branche ausstrahlen. Steigende Anleiherenditen und der Wettbewerb um Einlagen sind auch hierzulande bekannte Themen, wenngleich die Zinslandschaft in der Eurozone anders strukturiert ist.

Zwar gibt es keine Anzeichen dafür, dass ein Bank Run stattfindet oder kurzfristig stattfinden wird. Wenn Slok jedoch recht hat, könnte agentische KI Verbrauchern erleichtern, Gelder auf renditestärkere Fintech-Einlagekonten zu verschieben – was Druck auf die Banken ausübt. Die Kombination aus hohen Zinsen und automatisierten Finanzassistenten könnte damit zu einem strukturellen Faktor werden, den die Branche künftig stärker berücksichtigen muss.

Apollo Global ManagementKi-AgentenBank RunInvesco Kbw Bank EtfTorsten SlokFintechEinlagenZinsen

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  3. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  4. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg
  5. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal

Disclaimer