Valero plant Import von 6,5 Millionen Barrel venezolanisches Öl im März
US-Raffineriebetreiber könnte Chevron als größten Abnehmer venezolanischen Rohöls überholen

Der US-Raffineriebetreiber Valero Energy plant für März den Import von bis zu 6,5 Millionen Barrel venezolanisches Rohöl. Dies entspricht etwa 210.000 Barrel pro Tag und könnte das Unternehmen zum größten US-Verarbeiter venezolanischen Rohöls machen – noch vor dem Ölkonzern Chevron. Die geplante Importmenge wäre zudem die höchste seit Verhängung der US-Sanktionen gegen Venezuelas Ölindustrie im Januar 2019.
Valero gehörte zu den ersten US-Raffineriebetreibern, die nach der Lockerung der Sanktionen wieder venezolanisches Rohöl importierten. Hintergrund ist ein wegweisendes Öl-Lieferabkommen im Wert von 2 Milliarden US-Dollar zwischen den Vereinigten Staaten und der venezolanischen Übergangsregierung. Die Wiederaufnahme der Importe markiert einen bedeutenden Wandel in den US-Handelsbeziehungen mit Venezuela.
Die geplanten zehn oder mehr Ladungen würden Valero deutlich vor Chevron positionieren. Der Ölmulti Chevron, als einziger US-Großkonzern mit eigener Ölförderung in Venezuela, wird seine Exporte laut Reuters-Informationen im März auf etwa 300.000 Barrel pro Tag steigern – verglichen mit 220.000 bpd im Januar. Üblicherweise verarbeitet Chevron bis zur Hälfte dieser Menge in eigenen Raffinerien und verkauft den Rest an andere US-Raffineriebetreiber.
Chevron als Hauptlieferant
Ein Großteil der für März geplanten Importe wird voraussichtlich von Chevron stammen, wie sechs mit der Angelegenheit vertraute Quellen bestätigten. Chevron gilt traditionell als wichtigster Lieferant von venezolanischem Öl für Valero. Die beiden Unternehmen haben eine etablierte Geschäftsbeziehung bei der Verarbeitung südamerikanischen Rohöls.
Zusätzlich zu den Chevron-Lieferungen hat Valero einige Ladungen mit Handelshäusern wie Trafigura ausgehandelt. Diese Unternehmen gehörten zu den ersten, die im vergangenen Monat von der US-Regierung die Autorisierung erhielten, neben Chevron mit venezolanischem Öl zu handeln. Das Handelshaus Vitol hat separat drei Naphtha-Ladungen geplant.
Bedeutung für den US-Raffineriemarkt
Die geplanten Importe unterstreichen die wachsende Bedeutung venezolanischen Rohöls für US-Raffinerien. Seit der Lockerung der Sanktionen diversifizieren amerikanische Raffineriebetreiber zunehmend ihre Rohölquellen. Venezuelas schweres Rohöl eignet sich besonders für die komplexen Raffinerien an der US-Golfküste, die auf die Verarbeitung schwerer Rohölsorten spezialisiert sind.
Für Venezuela bedeuten die steigenden Exporte dringend benötigte Deviseneinnahmen. Das südamerikanische Land kämpft seit Jahren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einem Rückgang der Ölproduktion. Die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit den USA könnte der angeschlagenen Ölindustrie des Landes neuen Auftrieb geben.
