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USA und China entscheiden über Ausmaß eines Öl-Schocks

Ein eskalierender US-Iran-Konflikt bedroht die globale Ölversorgung – die beiden größten Verbraucher halten die Schlüsselrolle.

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USA und China entscheiden über Ausmaß eines Öl-Schocks

Die Spannungen zwischen Washington und Teheran halten die Ölmärkte in Atem. Während US-amerikanische und iranische Beamte indirekte Gespräche führen und US-Streitkräfte in der Region aufgestockt werden, bleibt die Art einer möglichen Militäraktion offen. Die Szenarien reichen von gezielten Präzisionsschlägen bis hin zu wochenlangem intensivem Bombardement.

Im schlimmsten Fall könnte der Iran die gesamte Region destabilisieren – mit Angriffen auf Israel, Saudi-Arabien sowie Öl- und Gasfelder. Das gefürchtetste Szenario bleibt eine Blockade der Straße von Hormus. Täglich passieren rund 20 Millionen Barrel Rohöl und raffinierte Produkte diese schmale Meerenge zwischen Iran und Oman – fast ein Fünftel des weltweiten Verbrauchs.

Allerdings würde eine vollständige Blockade auch Irans eigene Ölexporte stoppen und dem Land lebenswichtige Einnahmen entziehen. Die US-Marine ist zudem gut auf Störversuche vorbereitet, sodass eventuelle Unterbrechungen eher in Stunden oder Tagen als in Wochen gemessen werden dürften. Alternative Exportrouten über Pipelines in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten könnten einen Teil der rund 15 Millionen Barrel täglich aus dem Golf auffangen.

Strategische Reserven als erster Puffer

Im Falle eines Versorgungsschocks stehen strategische Ölreserven als wichtigstes Gegeninstrument bereit. Die Internationale Energieagentur (IEA) verpflichtet ihre Mitglieder, Reserven für mindestens 90 Tage der Nettoimporte zu halten. Die strategische Erdölreserve der USA (SPR) ist mit einer Kapazität von 714 Millionen Barrel der weltweit größte Notfallvorrat – aktuell sind rund 415 Millionen Barrel eingelagert.

Das entspricht laut Reuters-Berechnungen etwa 200 Tagen der US-Netto-Rohölimporte – weit über den historischen Durchschnittswerten. Als weltgrößter Ölproduzent mit einer Förderleistung von rund 13,6 Millionen Barrel täglich ist Amerika deutlich weniger importabhängig als früher. US-Präsident Donald Trump könnte die SPR gezielt einsetzen, um einen Preisanstieg zu dämpfen.

Chinas Rolle als globaler Puffer

China ist der zweite entscheidende Akteur in diesem Szenario. Das Land verbrauchte 2025 rund 17 Millionen Barrel täglich und importierte davon 10,4 Millionen Barrel – etwa die Hälfte davon aus dem Nahen Osten. Analysten schätzen Chinas Gesamtlagerbestände auf bis zu 1,3 Milliarden Barrel, was mehr als vier Monaten an Importen entspricht.

China hat allein 2025 schätzungsweise 800.000 Barrel täglich eingelagert. Erfahrungsgemäß drosselt Peking seine Rohölkäufe bei stark steigenden Preisen, was den Druck auf das weltweite Angebot automatisch verringert. Zudem könnte China eigene Bestände freigeben, um seine Raffinerien zu entlasten – eine formelle Reserve-Freigabe gab es bisher nur einmal, im Jahr 2022.

Eine schwere Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Nahen Osten könnte eine der größten Energiekrisen seit Jahrzehnten auslösen. Letztlich halten die USA und China als die beiden größten Ölverbraucher der Welt die entscheidenden Hebel in der Hand, um einen solchen Schock abzufedern.

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