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US-Wirtschaft trotzt Geopolitik: Barclays analysiert Wachstumsprognosen

Trotz geopolitischer Spannungen zeigt sich die US-Wirtschaft robust – doch Barclays zweifelt an der Nachhaltigkeit dieser Widerstandsfähigkeit.

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US-Wirtschaft trotzt Geopolitik: Barclays analysiert Wachstumsprognosen

Die US-Wirtschaft hat den Iran-Konflikt bislang mit begrenzten Beeinträchtigungen überstanden. Dennoch stellt die britische Großbank Barclays die Frage, wie dauerhaft diese Widerstandsfähigkeit tatsächlich ist. Die Unsicherheit bleibt ein zentrales Thema für Investoren und Analysten weltweit.

Für das erste Quartal 2026 schätzt Barclays das BIP-Wachstum auf eine saisonbereinigte jährliche Rate von 2,3% gegenüber dem Vorquartal. Damit liegt die Prognose der Bank rund einen Prozentpunkt über der sogenannten GDPNow-Schätzung der Atlanta Fed. Den Unterschied erklärt Barclays weitgehend mit der Normalisierung der Staatsausgaben nach dem Federal Shutdown im vergangenen Jahr.

Stabile Basisprognose trotz Unsicherheiten

Trotz der geopolitischen Risiken hält Barclays an seiner Basisprognose fest. Für 2026 erwartet die Bank ein BIP-Wachstum von 2,4% auf Basis des Vergleichs der vierten Quartale, für 2027 werden 1,5% prognostiziert. Diese Zahlen signalisieren eine graduelle Abschwächung des Wachstumstempos, jedoch keinen dramatischen Einbruch.

Ein Rückgang der Industrieproduktion im März um 0,5% im Monatsvergleich fiel schwächer aus als erwartet. Barclays wertet diesen Rückgang jedoch nicht als Alarmsignal: Er spiegele „hauptsächlich die Normalisierung volatiler Komponenten" wider – darunter Versorgungsunternehmen, Automobilmontage und Bergbau. Von einer echten Nachfrageschwäche sei demnach nicht auszugehen.

Positiv hebt die Bank die Nachfrage nach KI-bezogenen Investitionsgütern hervor, die in diesem Jahr bislang als „besonders hoch" beschrieben wird. Dieser Bereich gilt als wichtiger Wachstumstreiber der US-Wirtschaft und könnte dazu beitragen, Schwächen in anderen Segmenten abzufedern.

Konsumausgaben als Schwachpunkt

Ein deutlicher Schwachpunkt bleibt der private Konsum. Die Konsumausgaben lagen bis Februar auf annualisierter Basis gegenüber dem Vorquartal bei lediglich 0,8% – ein vergleichsweise niedriger Wert. Für die Einzelhandelsumsätze im März erwartet Barclays jedoch einen Anstieg von 1,3% im Monatsvergleich. Die sogenannte Kontrollgruppe, die als genauerer Indikator für die zugrunde liegende Nachfrage gilt, soll demnach um 0,3% zulegen.

Auf der fiskalpolitischen Seite hat Barclays seine Prognosen für das US-Haushaltsdefizit deutlich angehoben. Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 rechnet die Bank nun jeweils mit einem Defizit von 2,0 Billionen US-Dollar. Als Gründe nennt sie wahrscheinliche Mindereinnahmen bei den Zolleinnahmen sowie zusätzliche Verteidigungsausgaben. Diese erhöhten Ausgaben sollen laut Barclays dazu beitragen, die Nachfrage gegen geopolitischen Gegenwind abzufedern.

Fed bleibt vorerst abwartend

Mit Blick auf die Geldpolitik erwartet Barclays, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen im April unverändert lässt. Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte sind laut der Bank erst für September 2026 und März 2027 eingeplant. Gleichzeitig weist Barclays auf Risiken hin, die in Richtung einer noch länger anhaltenden Zinspause deuten könnten – ein Szenario, das Anleger im Blick behalten sollten.

Für deutsche Investoren mit Engagements in US-Aktien oder US-Anleihen sind diese Prognosen von besonderer Relevanz. Eine stabile, wenn auch moderat wachsende US-Wirtschaft kombiniert mit einer vorsichtigen Fed-Politik dürfte das Marktumfeld in den kommenden Quartalen maßgeblich prägen.

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