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Fed-Kandidat Warsh stellt sich Senatsanhörung zur Geldpolitik

Der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh muss vor dem Bankenausschuss des Senats seine geldpolitischen Vorstellungen und Reformforderungen konkretisieren.

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Fed-Kandidat Warsh stellt sich Senatsanhörung zur Geldpolitik

WASHINGTON – Der ehemalige Gouverneur der US-Notenbank Federal Reserve, Kevin Warsh, steht am Dienstag vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Der 56-jährige Finanzier tritt vor den Bankenausschuss des Senats, um sich als Kandidat für den Vorsitz der mächtigsten Zentralbank der Welt zu behaupten. Nach mehr als einem Jahrzehnt der Kritik an der Fed muss Warsh nun seine Positionen klar und konkret darlegen.

Die Gesetzgeber werden den Nominierten voraussichtlich dazu drängen, seine geldpolitischen und wirtschaftlichen Vorstellungen zu präzisieren. Besonders im Fokus stehen dabei seine Forderungen nach grundlegenden Veränderungen bei der Federal Reserve. Beobachter sprechen von einem „Mark-to-Market"-Moment – einem Begriff aus der Finanzwelt, der die Bewertung zum aktuellen Marktwert beschreibt und hier sinnbildlich für die Überprüfung von Warshs tatsächlichen Positionen steht.

Umstrittener Weg in den Fed-Chefsessel

Die Anhörung ist der nächste Schritt auf einem weiterhin schwierigen Weg zur Spitze der Notenbank. Der derzeitige Fed-Vorsitzende Jerome Powell hat vorgeblich seinen letzten Arbeitstag am 15. Mai. Doch einflussreiche Republikaner haben angekündigt, Warshs Bestätigung zu blockieren – solange die Trump-Regierung eine strafrechtliche Untersuchung gegen Powell und die Zentralbank nicht einstellt. Diese Untersuchung wird von Kritikern als haltlos und als Bedrohung für die Unabhängigkeit der Fed betrachtet.

Das politische Umfeld, in dem diese Anhörung stattfindet, ist außergewöhnlich aufgeladen. Präsident Donald Trump führt eine aggressive Kampagne, um mehr Einfluss auf die Zentralbank zu gewinnen. Er fordert massive Zinssenkungen und kritisiert die Entscheidungsträger der Fed scharf, wenn diese seinen Erwartungen nicht entsprechen.

Fed-Unabhängigkeit unter Druck

Auch Finanzminister Scott Bessent hat sich kritisch gegenüber der Federal Reserve geäußert. Diskutiert wird zudem über eine mögliche Umgestaltung der Arbeitsweise der Notenbank oder ein neues „Abkommen" zwischen der Zentralbank und dem Finanzministerium. Eine solche Vermischung der beiden Institutionen mit ihren unterschiedlich definierten Rollen könnte nach Einschätzung von Experten Besorgnis über Versuche zur Monetarisierung der wachsenden US-Staatsverschuldung hervorrufen.

Die Tragweite der Situation geht weit über technische Fragen der Geldpolitik hinaus. Beobachter sehen die Fed vor den intensivsten Herausforderungen für ihr Ansehen seit den Jahren unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Die zentrale Frage, die über Warshs Kandidatur schwebt, lautet: Wird er die Unabhängigkeit der Fed bedingungslos unterstützen – oder nicht?

Für deutsche Anleger und Beobachter ist diese Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Die Geldpolitik der US-Notenbank beeinflusst maßgeblich die globalen Kapitalmärkte, den Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar sowie die Zinsentwicklung weltweit. Eine politisch abhängige Fed würde das Vertrauen der internationalen Finanzmärkte in die Stabilität der US-Geldpolitik grundlegend erschüttern.

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