US-Regierungsstreit: Weißes Haus unterbreitet Demokraten neues DHS-Angebot
Im anhaltenden Haushaltsstreit um das Heimatschutzministerium bewegt sich die Trump-Administration erstmals auf die Opposition zu.

Washington ist weiterhin im Haushaltsstreit gefangen: Die Demokraten im US-Kongress haben am Freitag ein neues Gegenangebot des Weißen Hauses zur Finanzierung des Department of Homeland Security (DHS) erhalten. Das Ministerium befindet sich seit dem 14. Februar in einem teilweisen Shutdown, nachdem Verhandlungen über die Durchsetzung von Einwanderungsgesetzen gescheitert waren. Für deutsche Beobachter vergleichbar mit einem Haushaltsblockade, lähmte der Stillstand Teile der US-Bundesbehörde.
Der Konflikt eskalierte, nachdem Bundesagenten der US-Einwanderungsbehörde (ICE) während eines Einsatzes in Minneapolis zwei US-Bürger erschossen hatten. Die Trump-Administration kündigte daraufhin an, den Einsatz zurückzufahren. Die Demokraten nutzten den Vorfall, um schärfere Kontrollen der Einwanderungsbehörden zu fordern.
Die zentralen Streitpunkte im Überblick
Die Demokraten stellen konkrete Forderungen an die DHS-Behörden:
- Maskenverbot für Bundesagenten bei Einsätzen
- Einführung von Bodycams für alle Beamten
- Pflicht zur Einholung richterlicher Durchsuchungsbeschlüsse bei Hausdurchsuchungen
Das Weiße Haus und die Republikaner lehnen insbesondere das Maskenverbot sowie die Forderung nach richterlichen Beschlüssen ab. Der Senat blockierte am Montag bereits zum zweiten Mal einen vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Finanzierungsentwurf, während die Verhandlungen weiter andauern.
Trotz des Shutdowns arbeiten die meisten DHS-Mitarbeiter weiter, da sie als systemrelevant eingestuft sind. Teile des Ministeriums werden zudem durch ein umfassendes Steuer- und Ausgabengesetz aus dem Vorjahr finanziert. Dennoch droht Beschäftigten von Unterbehörden wie der Transportsicherheitsbehörde (TSA), der Küstenwache und der Katastrophenschutzbehörde FEMA, ohne Bezahlung arbeiten zu müssen, falls der Shutdown anhält.
DHS-Ministerin Kristi Noem soll kommende Woche vor dem Kongress Rede und Antwort stehen – am Dienstag vor dem Justizausschuss des Senats und am Mittwoch vor dem entsprechenden Ausschuss des Repräsentantenhauses. Die Aussagen könnten entscheidend für den weiteren Verlauf der Verhandlungen sein.
