State Farm zahlt Rekorddividende von 5 Milliarden Dollar an Kfz-Kunden
Der US-Versicherungsriese State Farm schüttet die größte Dividende seiner 103-jährigen Geschichte aus.

State Farm hat am Donnerstag eine Rekorddividende von 5 Milliarden US-Dollar für seine Kfz-Versicherungsmitglieder angekündigt. Es handelt sich um die größte Ausschüttung in der 103-jährigen Geschichte des amerikanischen Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit. Kunden können im Durchschnitt mit einer Rückerstattung von rund 100 US-Dollar rechnen.
Der genaue Betrag variiert je nach Bundesstaat und Höhe der individuell gezahlten Prämien. Gleichzeitig meldete State Farm, dass die Prämien in 40 US-Bundesstaaten um rund 10 Prozent gesenkt wurden. Für die Kunden bedeutet das Kosteneinsparungen von insgesamt 4,6 Milliarden US-Dollar.
Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Kfz-Versicherungsbranche in den USA unter erheblichem Druck steht. Laut dem US Bureau of Labor Statistics stiegen die Kfz-Versicherungsprämien bis Anfang 2025 innerhalb von nur drei Jahren um mehr als 50 Prozent – die stärkste Inflation in diesem Segment seit 50 Jahren. Viele Verbraucher begannen daraufhin aktiv nach günstigeren Alternativen zu suchen.
Branchentrend: Rückerstattungen werden zum Wettbewerbsinstrument
State Farm ist nicht der einzige Versicherer, der seinen Kunden Geld zurückgibt. Der Konkurrent USAA kündigte für 2025 eine Ausschüttung von 3,8 Milliarden US-Dollar an seine Mitglieder an. Progressive zahlte 1 Milliarde US-Dollar an Kunden in Florida aus, wo staatliche Gesetze Versicherer zur Rückgabe von Überschussgewinnen verpflichten.
Der Wettbewerb im US-Kfz-Versicherungsmarkt ist zuletzt deutlich intensiver geworden. Anbieter wie Travelers, Berkshire Hathaways Geico, Root, Chubb sowie Progressive setzen State Farm, USAA und andere Gegenseitigkeitsversicherer zunehmend unter Druck. Laut einer Studie von TransUnion ist der Vergleich von Versicherungstarifen für US-Verbraucher mittlerweile zur Routineaktivität geworden – ausgelöst vor allem durch wirtschaftlichen Druck und steigende Haushaltskosten.
Die Kosten für Autoreparaturen beginnen zwar zu sinken, und auch die Unfallhäufigkeit ging 2025 zurück. Dennoch bleibt die Situation für die Versicherer komplex. State Farm erklärte gegenüber dem US-Sender CNBC, dass die Schadenkosten im Wohngebäudeversicherungsbereich weiterhin nicht sinken und man dort an angemessenen Tarifen arbeite.
Für State Farm ist das Kfz-Geschäft von zentraler Bedeutung: Es macht 63 Prozent des gesamten Schaden- und Unfallversicherungsgeschäfts des Unternehmens aus. Kundentreue im Kfz-Bereich überträgt sich dabei häufig auch auf andere Sparten wie die Wohngebäudeversicherung – ein strategisch wichtiger Faktor im harten Wettbewerb um Marktanteile.
