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US Open investiert 800 Millionen Dollar in Premium-Modernisierung

Die USTA modernisiert das Arthur Ashe Stadium für 800 Millionen Dollar und setzt dabei voll auf lukrative Premium-Erlebnisse für wohlhabende Fans.

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US Open investiert 800 Millionen Dollar in Premium-Modernisierung

Die United States Tennis Association (USTA) steht kurz vor dem Abschluss einer der größten Stadionrenovierungen im Tennissport. Für rund 800 Millionen US-Dollar wird das Arthur Ashe Stadium in New York grundlegend umgebaut – mit klarem Fokus auf Premium-Hospitality und zahlungskräftige Besucher. Die Fertigstellung ist vor den US Open 2027 geplant.

Das Arthur Ashe Stadium ist die größte Tennisanlage der Welt und fasst derzeit rund 24.000 Plätze im Billie Jean King National Tennis Center Komplex in New York. Im Rahmen der Renovierung werden 2.000 neue Courtside-Plätze direkt am Spielfeldrand ergänzt – zusätzlich zu den bereits bestehenden 3.000 Premium-Plätzen. Gleichzeitig werden 3.500 Plätze im günstigeren Oberrang entfernt, was die Gesamtkapazität des Stadions verringert.

Der leitende Architekt Matt Rossetti von HOK beschreibt das Projekt als „intensive Stadion-Chirurgie": „Wir haben buchstäblich den gesamten mittleren Teil des Stadions herausgeschnitten und ersetzt." Die USTA gibt an, die Renovierungen „vollständig finanziert" zu haben.

Unersättlicher Appetit auf Premium-Erlebnisse

Daniel Zausner, Chief Operating Officer des USTA National Tennis Center, begründet die strategische Ausrichtung mit einem veränderten Marktumfeld: Seit der Covid-19-Pandemie bestehe ein „unersättlicher Appetit auf Premium-Hospitality". Die USTA setzt darauf, dass diese Nachfrage weiter steigen wird. Konkret entstehen neun Courtside-Clubs mit Bars und Gastronomiebereichen sowie zwei spezielle Luxus-Suite-Ebenen. Zusätzlich wird neben der Arena eine 250 Millionen US-Dollar teure Anlage für die Spieler errichtet und der obere Umgang erweitert.

Die Zahlen verdeutlichen das kommerzielle Gewicht des Turniers: Im Jahr 2024 erzielte die USTA betriebliche Erträge von 623,8 Millionen US-Dollar. Davon entfielen 145 Millionen auf Rundfunkerträge, 130 Millionen auf Sponsoring und 83 Millionen auf Corporate Hospitality und Dienstleistungen. Der Ticketverkauf machte rund ein Drittel der Gesamteinnahmen aus – im Geschäftsjahr 2024 waren das 208 Millionen US-Dollar.

Die Preise für Premium-Pakete spiegeln die neue Positionierung wider: Laut dem USTA-Marketingpartner Elevate kosteten Pakete für das gesamte Turnier 2026 zwischen 43.000 und 86.000 US-Dollar – und sollen im Jahr darauf auf 48.000 bis 120.000 US-Dollar steigen.

Grand Slams im Wettbewerb um Investitionen und Zuschauer

Die Modernisierung des Arthur Ashe Stadiums steht nicht isoliert da. Alle vier Grand-Slam-Turniere – Australian Open, Roland-Garros, Wimbledon und die US Open – investieren massiv in ihre Anlagen, um ihre marktbeherrschende Stellung in einem stark fragmentierten Sport zu behaupten. Tennis Australia gab fast eine Milliarde Australische Dollar für Modernisierungen aus, darunter eine neue Spieleranlage und die Kia Arena mit 5.000 Plätzen in Melbourne, die 2022 eröffnet wurde. Roland-Garros schloss 2020 eine 415 Millionen US-Dollar teure Renovierung ab, bei der das Hauptstadion ein schließbares Dach erhielt. Der All England Lawn Tennis Club plant den Bau eines Stadions mit 8.000 Plätzen sowie Dutzender neuer Plätze in Wimbledon.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Tennissports haben sich seit der Eröffnung des Arthur Ashe Stadiums im Jahr 1997 dramatisch verändert. Die vier Grand Slams erwirtschaften den Großteil der weltweiten Tenniseinnahmen und werden von gemeinnützigen Organisationen geführt, die ihre Gewinne in den Sport ihrer Heimatländer reinvestieren.

Spieler fordern größeren Anteil am Kuchen

Parallel zu den Investitionsoffensiven wächst der Druck der Profispieler. Die Professional Tennis Players Association, die faktisch als Gewerkschaft fungiert, reichte im vergangenen Jahr eine Klage ein und warf den Dachverbänden vor, ein „Kartell" zu betreiben, das die Spielereinkünfte unterdrücke. Derzeit erhalten Tennisspieler 13 bis 15 Prozent der Gesamteinnahmen der Grand Slams – sie fordern eine Erhöhung auf 22 Prozent bis 2030. Der Rekord-Preispool der US Open 2024 von 90 Millionen US-Dollar hat die Spannungen bislang nicht gemildert. Berichten zufolge erwägen Weltranglistenerster Jannik Sinner und weitere Topspieler, den Mixed-Wettbewerb der US Open in diesem Jahr zu boykottieren.

Zugänglichkeit für Normalfans in Gefahr

Die Verlagerung hin zu Premium-Angeboten wirft auch Fragen zur Zugänglichkeit des Sports auf. Die USTA betont, dass Tickets für mehrere Sessions im Arthur Ashe Stadium in diesem Jahr zum Nennwert von unter 60 US-Dollar erhältlich waren. Diese waren jedoch schnell ausverkauft, sodass auf dem Zweitmarkt nur noch teurere Wiederverkaufstickets verfügbar waren. Da mehr als die Hälfte der Stadionkapazität bisher auf den Oberrang entfiel und dort nun 3.500 Plätze wegfallen, dürften erschwingliche Tickets künftig noch schwerer zu finden sein – zumal die US Open im vergangenen Jahr mit 1,1 Millionen Besuchern einen Rekord verzeichneten.

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