US-Öl-CEOs verkauften Aktien für 1,4 Milliarden Dollar
Trumps Bombenangriffe auf den Iran trieben Ölaktien in die Höhe – und bescherten Top-Managern einen milliardenschweren Geldsegen.

Während US-Präsident Donald Trump eine Bombenkampagne gegen den Iran führte und damit einen historischen Schock für das weltweite Rohölangebot auslöste, nutzten führende US-Ölmanager die steigenden Aktienkurse für massive Verkäufe. Laut einer Analyse des Analysehauses VerityData veräußerten Führungskräfte großer Öl- und Gasunternehmen im ersten Quartal 2026 Aktien im Gesamtwert von rund 1,4 Milliarden US-Dollar.
Betroffen sind unter anderem Branchenriesen wie Chevron, ConocoPhillips und Diamondback Energy. Deren Aktienkurse stiegen infolge der geopolitischen Spannungen und der damit verbundenen Angebotsschocks am Ölmarkt sprunghaft an – ein Umfeld, das die Verkäufe der Manager besonders lukrativ machte.
Millionenschwere Verkäufe im Detail
Chevron-Chef Mike Wirth erzielte zwischen Januar und März Erlöse aus Aktienverkäufen in Höhe von rund 104 Millionen US-Dollar. Ryan Lance, CEO von ConocoPhillips, verkaufte allein im März Aktien im Wert von etwa 54,3 Millionen US-Dollar. Lorenzo Simonelli, Chef des Öldienstleisters Baker Hughes, veräußerte im selben Monat Papiere im Wert von rund 33 Millionen US-Dollar.
Die Verkäufe erfolgten teilweise im Rahmen sogenannter vorausgeplanter Handelsprogramme – in den USA bekannt als Rule-10b5-1-Pläne. Diese Mechanismen erlauben es Führungskräften, Aktienverkäufe automatisch zu vorab festgelegten Zeitpunkten oder Kursen durchzuführen, ohne im Moment des Verkaufs aktiv eingreifen zu müssen. Der Vorteil: Sie schützen Manager vor dem Vorwurf des unzulässigen Insiderhandels, da die Entscheidung zum Verkauf bereits Wochen oder Monate zuvor getroffen wurde.
Günstiger Zeitpunkt wirft Fragen auf
Dennoch ist der Zeitpunkt der Transaktionen bemerkenswert. Die Details solcher Pläne werden selten öffentlich bekannt gegeben, weshalb sich im Nachhinein kaum beurteilen lässt, wann genau die Verkaufsaufträge ursprünglich erteilt wurden. Klar ist jedoch: Die Manager profitierten von einem außergewöhnlichen Kursanstieg, der direkt mit den geopolitischen Ereignissen rund um den Iran-Konflikt zusammenhing.
Für deutsche Anleger ist dieser Vorgang aus mehreren Gründen relevant. Zum einen verdeutlicht er, wie stark geopolitische Ereignisse die Rohstoffmärkte und damit verbundene Aktien bewegen können. Zum anderen zeigt er, wie US-amerikanische Unternehmenslenker legale Instrumente nutzen, um in volatilen Marktphasen Kursgewinne zu realisieren – ein Mechanismus, der in Deutschland in dieser Form weniger verbreitet ist.
Die Analyse von VerityData basiert auf öffentlich zugänglichen Offenlegungen zu Insidergeschäften, zu denen börsennotierte Unternehmen in den USA verpflichtet sind. Ob die Verkäufe regulatorische Konsequenzen haben werden, ist derzeit nicht bekannt.
