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US-Notenbank signalisiert Zinspause: Entspannung an den Anleihemärkten stützt Aktienkurse

Fed-Vertreter sehen keine Dringlichkeit für eine sofortige Zinserhöhung – die Anleihemärkte beruhigen sich, US-Aktien schließen leicht im Plus.

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US-Notenbank signalisiert Zinspause: Entspannung an den Anleihemärkten stützt Aktienkurse

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) deutet eine mögliche Pause in ihrem Straffungszyklus an. Diese Signale sorgten für eine spürbare Beruhigung an den Finanzmärkten. Sowohl Vize-Vorsitzender Philip Jefferson als auch der Präsident der New York Fed, John Williams, betonten zuletzt, dass derzeit keine Dringlichkeit für eine unmittelbare Zinserhöhung bestehe. Die Notenbanker benötigen nach eigener Aussage mehr Zeit für eine sorgfältige Analyse der Datenlage, um die Auswirkungen der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen besser einschätzen zu können.

Trotz dieser abwartenden Haltung halten sowohl Jefferson als auch Williams an der grundsätzlichen Erwartung fest, dass vor Jahresende noch ein weiterer Zinsschritt erfolgen könnte. Die Finanzmärkte gehen derzeit mehrheitlich davon aus, dass die Fed bei ihrer Sitzung am 27. und 28. Oktober von einer Zinsänderung absehen wird. Im September hatte die Fed den Leitzins noch auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 % angehoben.

Anleihemarkt dreht nach 24-Jahres-Hoch ins Plus

Die Signale der Fed fielen mit einer volatilen Phase an den Anleihemärkten zusammen, die sich am Donnerstag jedoch entspannte. Nachdem die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen zunächst auf ein 24-Jahres-Hoch von fast 5,34 % geklettert war, vollzog der Markt eine Kehrtwende: Die Rendite schloss bei 5,233 %, was den stärksten Rückgang seit über einem Monat markiert. Auch die 30-jährige Anleihe gab nach, und die zinssensitive zweijährige Anleihe verzeichnete den dritten Rückgang in Folge.

Diese Entspannung am Anleihemarkt stützte die US-Aktienindizes, die nach einem turbulenten Handelstag mit leichten Gewinnen schlossen. Der S&P 500 legte um 0,19 % zu, der Dow Jones um 0,04 % und der Nasdaq ebenfalls um 0,04 %. Für deutsche Anleger ist die Entwicklung insofern relevant, als die Rendite der US-Staatsanleihen als globaler Referenzzins gilt und damit auch die Kapitalmarktbedingungen in Europa beeinflusst.

International blieb das Bild hingegen uneinheitlich: Während sich die Lage in den USA beruhigte, stiegen die Renditen für französische, italienische und griechische Staatsanleihen an. Dies deutet auf eine zunehmende Differenzierung der Investoren zwischen den Schuldtiteln verschiedener Industrienationen hin. Anleger unterscheiden demnach zunehmend nach länderspezifischen Risiken, statt Staatsanleihen pauschal als einheitliche Anlageklasse zu behandeln.

Jefferson rechnet mit anhaltend erhöhter Inflation

Mit Blick auf die US-Wirtschaft erwartet Jefferson, dass die Inflation kurzfristig „erhöht“ bleiben wird, bevor sie im Zuge abklingender Energie- und Preisschocks wieder in Richtung des 2-Prozent-Ziels sinkt. Er warnte jedoch vor Aufwärtsrisiken durch geopolitische Entwicklungen und eine robuste Gesamtnachfrage. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Aktivität und des Arbeitsmarktes sieht Jefferson die Risiken als „weitgehend ausgeglichen“ an und geht davon aus, dass die US-Wirtschaft ihre Widerstandsfähigkeit beibehalten wird.

Für die Märkte ergibt sich damit ein zweischneidiges Bild. Einerseits stützt die Aussicht auf eine Zinspause die Aktienkurse und drückt die Renditen. Andererseits bleibt die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs bestehen, da die Notenbanker einen zusätzlichen Schritt vor Jahresende nicht ausschließen. Anleger dürften daher die kommenden Konjunktur- und Inflationsdaten besonders aufmerksam verfolgen, um Rückschlüsse auf die nächste Entscheidung der Fed zu ziehen.

Die entscheidende Frage bleibt, ob die Fed den Leitzins tatsächlich auf dem aktuellen Niveau belässt oder ob die anhaltend erhöhte Inflation weitere Straffungen erzwingt. Bis zur Sitzung am 27. und 28. Oktober dürften die Signale der Notenbanker sowie die Datenlage an den Anleihemärkten die Richtung vorgeben.

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