US-Millionäre haben 2026 bereits keine Rentenversicherungsbeiträge mehr
Seit Montag zahlen amerikanische Millionenverdiener keine Sozialversicherungssteuer mehr – das System hat eine entscheidende Einkommensgrenze.

Wer in den USA jährlich eine Million Dollar verdient, hat seine Beiträge zur Sozialversicherung für das gesamte Jahr 2026 bereits Anfang März eingestellt. Das zeigt eine Analyse des Center for Economic and Policy Research. Grund dafür ist die gesetzliche Beitragsbemessungsgrenze, die Einkommen oberhalb von 184.500 Dollar von der Sozialversicherungssteuer befreit.
Das US-amerikanische Pendant zur deutschen Rentenversicherung heißt Social Security. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen jeweils 6,2 Prozent des Lohns in das System ein – aber nur bis zur Einkommensgrenze von 184.500 Dollar pro Jahr. Wer mehr verdient, zahlt auf den übersteigenden Betrag keine Sozialversicherungssteuer mehr.
Besonders drastisch ist das Beispiel von Tech-Milliardär Elon Musk. Arbeitsökonomin Teresa Ghilarducci schätzt, dass Musk je nach Besteuerungsstruktur seines Einkommens bereits am Neujahrstag alle Sozialversicherungssteuern für 2026 entrichtet haben könnte.
Wie funktioniert das US-Sozialabgabensystem?
Die Lohnsteuern für Social Security und Medicare werden gemeinsam als FICA bezeichnet – benannt nach dem Federal Insurance Contributions Act. Neben den Rentenversicherungsbeiträgen zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils 1,45 Prozent des Lohns in die staatliche Krankenversicherung Medicare ein.
Ein wesentlicher Unterschied: Während die Sozialversicherungssteuer bei 184.500 Dollar gedeckelt ist, gilt für Medicare keine Einkommensgrenze. Höhere Einkommen werden darüber hinaus mit einem Medicare-Zuschlag belastet. Für deutsche Anleger und Beobachter verdeutlicht dieses System, wie stark die Steuerbelastung je nach Einkommenshöhe in den USA variiert.
Die Debatte um die Beitragsbemessungsgrenze ist in den USA politisch hoch umstritten. Kritiker argumentieren, dass das System durch die Deckelung einkommensschwächere Haushalte prozentual stärker belastet als Spitzenverdiener. Reformvorschläge, die Grenze anzuheben oder ganz abzuschaffen, scheiterten bislang regelmäßig am politischen Widerstand.
