Türkei plant Kryptosteuer mit 96 Millionen Dollar Mindesteinnahmen
Ankara führt eine Transaktionssteuer von 0,03 Prozent sowie eine Quellensteuer von 10 Prozent auf Krypto-Gewinne ein.

Die Türkei plant eine umfassende Besteuerung von Krypto-Assets und erwartet dadurch jährliche Mindesteinnahmen von mindestens 96 Millionen US-Dollar. Ein entsprechender Gesetzentwurf der regierenden AK-Partei von Präsident Tayyip Erdogan sieht zwei separate Steuerkomponenten vor. Die genaue Höhe der Gesamteinnahmen lässt sich laut einer Wirkungsanalyse jedoch noch nicht präzise beziffern, da die Regelung erstmals zur Anwendung kommt.
Konkret sieht der Entwurf eine Transaktionssteuer von 0,03 Prozent auf Krypto-Transaktionen vor. Hinzu kommt eine Quellensteuer von 10 Prozent auf Gewinne, die über zugelassene Plattformen erzielt werden. Damit folgt die Türkei einem internationalen Trend: Immer mehr Länder versuchen, Krypto-Gewinne steuerlich zu erfassen und den bislang weitgehend unregulierten Markt in staatliche Einnahmestrukturen einzubinden.
Zusätzliche Einnahmen durch Edelsteinsteuer
Neben der Kryptosteuer enthält der Gesetzentwurf auch eine Sonderverbrauchsteuer von 20 Prozent auf bestimmte Edelsteine. Diese Maßnahme soll dem türkischen Staatshaushalt laut der Wirkungsanalyse jährliche Einnahmen von rund 1,9 Milliarden Lira einbringen. Beide Steuermaßnahmen zusammen sollen die Staatsfinanzen des Landes spürbar entlasten.
Für deutsche Anleger, die über türkische Krypto-Plattformen handeln, könnten die neuen Regelungen direkte Auswirkungen haben. Die Quellensteuer wird direkt an der Quelle einbehalten, also bereits beim Auszahlungsvorgang durch die Plattform abgeführt. Wie die Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Türkei in diesem Zusammenhang greifen, bleibt abzuwarten.
