US-Märkte: PCE-Daten und Fed-Protokoll im Fokus der Anleger
Verkürzte Handelswoche bringt wichtige Inflationsdaten und Einblicke in die Geldpolitik der Federal Reserve.

Anleger in den USA stehen vor einer feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche mit wichtigen Wirtschaftsdaten. Im Mittelpunkt stehen der PCE-Preisindex, das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung sowie erste BIP-Zahlen für das vierte Quartal. Zudem berichten Schwergewichte wie Walmart und Palo Alto Networks ihre Geschäftszahlen.
Für den Kern-PCE-Index, den bevorzugten Inflationsindikator der Federal Reserve, erwarten Ökonomen im Dezember einen Anstieg von 0,3 Prozent im Monatsvergleich nach 0,2 Prozent im November. Auf Jahresbasis wird ein Wert von 3,0 Prozent prognostiziert, nach 2,8 Prozent im Vorzeitraum. Die Daten könnten entscheidend für den weiteren geldpolitischen Kurs sein.
Zuletzt hatten schwächer als erwartete Verbraucherpreise im Januar die Hoffnung genährt, dass die Fed ihre nächste Zinssenkung bereits auf Juni vorziehen könnte. Ein robuster Arbeitsmarktbericht hatte zuvor noch Erwartungen geschürt, dass die Zentralbank mit weiteren Lockerungen bis zur zweiten Jahreshälfte warten würde.
Verlangsamtes Wirtschaftswachstum erwartet
Die erste Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts dürfte eine Verlangsamung im vierten Quartal zeigen. Ökonomen rechnen mit einem Wachstum von 2,8 Prozent im Quartalsvergleich, nach einer Expansion von 4,4 Prozent im dritten Quartal. Die Konsumausgaben bleiben dabei ein wesentlicher Treiber der größten Volkswirtschaft der Welt.
Ein schrumpfendes Handelsdefizit, teilweise begünstigt durch die Zollpolitik von Präsident Trump, trug ebenfalls zum Wachstum bei. Allerdings weisen Marktbeobachter auf eine zunehmende "K-förmige" Entwicklung hin, bei der Haushalte mit höherem Einkommen profitieren, während einkommensschwächere Amerikaner mit hohen Preisen kämpfen.
Kleine Unternehmen sehen sich gleichzeitig mit steigenden Importkosten und einem Rückgang an kostengünstigen Arbeitskräften konfrontiert. Dies ist eine Folge des verschärften Vorgehens gegen illegale Einwanderung. Zusätzlich sorgt der rasante Aufstieg künstlicher Intelligenz für Nervosität bei Anlegern verschiedener Branchen.
Fed-Protokoll gibt Einblicke in Geldpolitik
Das am Mittwoch erscheinende Protokoll der Januar-Sitzung könnte weitere Hinweise auf den künftigen Kurs der Zentralbank liefern. Die Fed hatte die Zinsen bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen und verwies auf einen sich stabilisierenden Arbeitsmarkt sowie eine stetige, wenn auch über dem Ziel liegende Inflation.
Bemerkenswert ist, dass zwei Fed-Gouverneure gegen die Zinspause stimmten und weitere Senkungen bevorzugt hätten. Gleichzeitig nähert sich Fed-Chef Jerome Powell dem Ende seiner Amtszeit. Präsident Trump hat den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger nominiert, dessen Amtsantritt für Mai vorgesehen ist. Anleger versuchen nun einzuschätzen, wie sich Warshs geldpolitischer Ansatz von dem seines Vorgängers unterscheiden könnte.
