UBS erwartet zwei Fed-Zinssenkungen bis September 2025
Nachlassender Inflationsdruck und sinkende Wohnkosten ebnen den Weg für geldpolitische Lockerung ab Jahresmitte.

Die Schweizer Großbank UBS rechnet damit, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen bereits ab Mitte 2025 wieder senken wird. Die Analysten um Mark Haefele und Vincent Heaney erwarten zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte zwischen Juni und September.
Auslöser für die optimistische Einschätzung sind aktuelle Inflationsdaten aus den USA. Der Verbraucherpreisindex stieg im Januar mit einer Rate von 2,4 Prozent schwächer als erwartet. Besonders ermutigend: Die Inflation bei den Wohnkosten, einer der wichtigsten Wirtschaftskategorien, zeigt einen anhaltenden disinflationären Trend.
Die Fed hatte die Zinsen im Jahr 2025 zunächst mehrfach gesenkt, bevor sie die Kreditkosten im Januar in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beließ. Ein überraschend starker Arbeitsmarktbericht Anfang des Monats hatte zunächst Spekulationen befeuert, dass Zinssenkungen erst in der zweiten Jahreshälfte wieder aufgenommen würden.
Produktivitätswachstum stützt Disinflation
Die UBS-Analysten verweisen auf Aussagen des stellvertretenden Fed-Vorsitzenden Philip Jefferson, der für 2026 eine fortgesetzte Disinflation prognostiziert. Als Haupttreiber gilt ein starkes Produktivitätswachstum. Auch Umfragen der University of Michigan und der New York Fed deuten auf eine Verbesserung der Inflationserwartungen der Verbraucher hin.
Zusätzliche Unterstützung für weitere Lockerungen könnte von personeller Seite kommen. Kevin Warsh, von Präsident Donald Trump als Nachfolger des amtierenden Fed-Chefs Jerome Powell nominiert, äußerte sich zuletzt positiv über die Rolle höherer Produktivität bei der Dämpfung des Preisanstiegs. Dies deutet auf eine Präferenz für eine lockerere Geldpolitik hin.
Günstige Aussichten für Anleger
Obwohl die Inflation noch über der Fed-Zielmarke von 2 Prozent liegt, erwarten die UBS-Analysten in den kommenden Monaten einen deutlich nachlassenden Preisdruck. "Insgesamt stützt der Verbraucherpreisbericht unsere Ansicht, dass die Fed die Lockerung etwa ab Mitte des Jahres wieder aufnehmen sollte", schreiben die Experten.
Das erwartete Zinsumfeld bewerten die Analysten als günstig für verschiedene Anlageklassen. Insbesondere Aktien, Anleihen und Gold dürften von den geldpolitischen Lockerungen profitieren. Die Märkte haben die Erwartungen bereits teilweise eingepreist – die Wetten auf eine Zinssenkung bereits im Juni haben sich zuletzt verstärkt.
