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US-Manager verlassen Polar LNG wegen heimlicher Novatek-Finanzierung

Führungskräfte des Alaska-Startups Polar LNG sind ausgestiegen, nachdem sie von einer verdeckten Finanzierung durch den russischen Gaskonzern Novatek erfahren haben.

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US-Manager verlassen Polar LNG wegen heimlicher Novatek-Finanzierung

Eine Gruppe amerikanischer Führungskräfte hat das Energie-Startup Polar LNG verlassen. Als Grund gaben sie an, erst kürzlich erfahren zu haben, dass das Unternehmen heimlich vom russischen Gaskonzern Novatek finanziert worden sei. Das Startup hatte sich zum Ziel gesetzt, Erdgas in Alaska zu verflüssigen und zu exportieren.

Polar LNG war im März an den Start gegangen – mit einem Vorhaben, das zunächst wie eine kaum realistische Option wirkte. Konkret beabsichtigte das US-Unternehmen, eine Lizenz für den Import einer halbfertigen Ausrüstungseinheit des russischen Konzerns zu erhalten. Anschließend sollte eine enorme Menge Gas aus den Lagerstätten unter der Nordküste Alaskas exportiert werden.

Sanktionen drücken den Preis der Anlage

Bei der betreffenden Struktur handelt es sich um eine massive Anlage, die so hoch ist wie die Freiheitsstatue und für extreme Kältebedingungen ausgelegt wurde. Während der Regierung von US-Präsident Joe Biden war sie infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine unter Sanktionen gestellt worden.

Laut an dem Projekt beteiligten Personen bedeuteten diese Sanktionen zugleich, dass die Ausrüstung zu einem stark reduzierten Preis verfügbar war. Der Erwerb hätte es Polar ermöglicht, auf den Aufbau eigener Komponenten von Grund auf zu verzichten – ein erheblicher Kostenvorteil für ein junges Unternehmen, das ansonsten die gesamte Technik selbst hätte entwickeln und fertigen müssen.

Hoffnung auf die „Energiedominanz“-Strategie

Trotz der Sanktionshürden hoffte Polar, dass sein Projekt auf Wohlwollen bei der „Energiedominanz“ genannten Strategie der Trump-Administration stoßen würde. Diese Strategie setzt politisch auf eine Ausweitung der US-Energieproduktion und der Exporte. Für das Startup war die Rechnung offenbar, dass ein politischer Rückenwind die regulatorischen Hürden im Zusammenhang mit der sanktionierten Ausrüstung überwinden könnte.

Für deutsche Anleger ist der Fall in mehrerlei Hinsicht aufschlussreich. Er zeigt, wie stark geopolitische Sanktionen und politische Strategiewechsel den Markt für Energieinfrastruktur prägen. Verflüssigtes Erdgas, kurz LNG, gilt als wichtiger Baustein für die Energieversorgung Europas, seit russische Pipeline-Lieferungen nach Deutschland weggefallen sind. Projekte wie das von Polar LNG stehen damit in einem Spannungsfeld zwischen Versorgungssicherheit, Sanktionsrecht und Investitionsrisiko.

Zugleich verdeutlicht der Vorgang die Gefahren undurchsichtiger Eigentümerstrukturen. Werden Finanzierungen nicht offengelegt, kann dies das Vertrauen von Management, Investoren und Behörden untergraben. Im Fall von Polar LNG führte genau das offenbar dazu, dass die amerikanischen Führungskräfte dem Unternehmen den Rücken kehrten.

Ob das Projekt ohne die russische Finanzierung fortgeführt werden kann, ist offen. Klar ist: Der geplante Export von Gas aus Alaska bleibt technisch und regulatorisch anspruchsvoll. Die Kombination aus Sanktionen, politischen Signalen aus Washington und der Frage der Eigentümerstruktur dürfte über die Zukunft des Vorhabens entscheiden. Für Beobachter des Energiesektors ist der Fall damit ein Lehrstück darüber, wie schnell sich Rahmenbedingungen für Infrastrukturprojekte ändern können.

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