US-Kongress berät Änderungsantrag zu medizinischem Cannabis für Veteranen
Ein parteiübergreifender Vorstoß soll US-Militärveteranen den Zugang zu medizinischem Cannabis über VA-Ärzte ermöglichen.

Die Abgeordneten Brian Mast (R-FL), Dave Joyce (R-OH) und Dina Titus (D-NV) haben im US-Kongress einen Änderungsantrag eingebracht, der Militärveteranen den Zugang zu medizinischen Cannabis-Empfehlungen über ihre Ärzte des Department of Veterans Affairs (VA) ermöglichen würde. Der Vorstoß ist parteiübergreifend und könnte für hunderttausende Kriegsveteranen in den USA eine bedeutende Erleichterung darstellen, da VA-Ärzte bislang keine solchen Empfehlungen aussprechen dürfen.
Ebenfalls auf Bundesebene aktiv: Eine Koalition aus 32 Kongressmitgliedern richtete einen Brief an die US-amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA. Darin fordern die Abgeordneten, die Zulassung psychedelischer Therapien zu beschleunigen und dabei mit „Transparenz, Dringlichkeit und wissenschaftlicher Strenge" vorzugehen. Psychedelika wie Psilocybin und MDMA stehen seit Jahren im Fokus der Forschung als potenzielle Behandlungsmethoden für psychische Erkrankungen.
Streit um Cannabis-Legalisierung in Indiana
Auf Staatsebene sorgt Indiana für Aufsehen: Senator Jim Banks (R-IN) forderte in einem Brief den Gouverneur des Bundesstaates, Mike Braun (R), auf, „die Verbote des Staates für den Marihuana-Konsum beizubehalten". Hintergrund ist eine Aussage Brauns, wonach eine Neueinstufung von Cannabis auf Bundesebene eine Legalisierung auf Staatsebene „wahrscheinlicher" mache. Banks stellt sich damit klar gegen eine mögliche Liberalisierung in Indiana.
In Kalifornien hingegen schreitet die Cannabis-Regulierung weiter voran: Der Haushaltsausschuss der California Assembly billigte einen Gesetzentwurf, der es lizenzierten Marihuana-Fachgeschäften erlauben würde, Drive-thru-Fenster zur Bedienung von Kunden anzubieten – vorausgesetzt, die lokale Genehmigung liegt vor. Damit würde Kalifornien als bevölkerungsreichster US-Bundesstaat einen weiteren Schritt in Richtung Normalisierung des Cannabis-Einzelhandels gehen.
Psilocybin zeigt Wirkung bei Kokainsucht
Besondere Aufmerksamkeit verdient eine neue Studie, die von der American Medical Association veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass „Psilocybin vielversprechend als neuartige Behandlung für Kokainkonsumstörungen ist". Konkret wiesen mit Psilocybin behandelte Teilnehmer signifikant höhere Prozentsätze an kokainabstinenten Tagen auf, erzielten höhere Raten vollständiger Abstinenz und zeigten im Zeitverlauf ein verringertes Rückfallrisiko. Die Studie dürfte die laufende Debatte über die medizinische Nutzung von Psychedelika weiter befeuern.
Auf der wirtschaftlichen Seite meldeten zwei der größten börsennotierten Cannabis-Unternehmen ihre Quartalszahlen: Trulieve Cannabis Corp. erzielte einen Quartalsumsatz von 286,8 Millionen US-Dollar. TerrAscend Corp. verzeichnete einen Quartalsnettoumsatz von 65,5 Millionen US-Dollar bei einem Nettoverlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen von 6,8 Millionen US-Dollar.
Weitere Entwicklungen in den US-Bundesstaaten
Die politische Landschaft in den USA bleibt in Bewegung. In Connecticut haben Gesetzgeber Gouverneur Ned Lamont (D) einen Gesetzentwurf vorgelegt, der THC-Obergrenzen für Cannabisblüten wieder einführen soll – und damit eine kürzlich verabschiedete Reform rückgängig machen würde. In Ohio hörte ein Richter mündliche Argumente zu einem Antrag auf einstweilige Verfügung, um die Durchsetzung eines neuen Gesetzes zu stoppen, das den Verkauf von Hanf-THC-Produkten einschränkt.
In Texas legten Behörden Berufung gegen eine einstweilige Verfügung zu Hanfprodukt-Beschränkungen ein, woraufhin die Durchsetzung kurzzeitig wieder aufgenommen wurde – bis ein Gericht die Verfügung erneut in Kraft setzte. Pennsylvania, Kansas und New York meldeten ebenfalls Fortschritte bei der Cannabis-Gesetzgebung: Pennsylvania diskutiert Gerechtigkeitsbestimmungen für die Legalisierung, Kansas hat medizinisches Cannabis in seine legislativen Prioritäten aufgenommen, und New York genehmigte zusätzliche Lizenzen für Marihuana-Unternehmen.
Für deutsche Anleger und Beobachter verdeutlicht die Nachrichtenlage einmal mehr, wie dynamisch und vielschichtig der US-Cannabis-Markt bleibt. Regulatorische Unsicherheiten auf Bundes- und Staatsebene prägen weiterhin das Umfeld für Unternehmen und Investoren gleichermaßen.
