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US-Inflation steigt, Chipwerte brechen ein – Märkte unter Druck

Höhere US-Inflation, fallende Halbleiterwerte und steigende Anleiherenditen belasten S&P 500 und Nasdaq am Dienstag spürbar.

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US-Inflation steigt, Chipwerte brechen ein – Märkte unter Druck

Der S&P 500 verlor am Dienstag 0,2 Prozent, der Nasdaq gab um 0,7 Prozent nach. Hauptauslöser waren ein deutlicher Rückgang bei Halbleiterwerten, wieder steigende Ölpreise sowie eine über den Erwartungen liegende US-Inflation. Der Dow Jones hingegen tendierte leicht fester und zeigte sich damit widerstandsfähiger als die technologielastigen Indizes.

Die jährliche US-Gesamtinflation (CPI) stieg im April auf 3,8 Prozent – der höchste Stand seit drei Jahren und ein Wert, der die Erwartungen der Analysten übertraf. Damit dreht das Reallohnwachstum zum ersten Mal seit 2023 ins Negative. Ökonomen warnen bereits, dass die Marke von 4 Prozent – dem doppelten Ziel der US-Notenbank Federal Reserve – möglicherweise schon im nächsten Monat erreicht werden könnte.

Für Fed-Vertreter stellt sich nun die entscheidende Frage, ob die steigende Inflation auch auf die Kerninflation übergreift. Ökonomen der CIBC sehen erste Anzeichen dafür, dass dieser Prozess bereits begonnen hat. Morgan Stanley hingegen geht davon aus, dass die Weitergabe bislang begrenzt bleibt. Zinshändler haben inzwischen sämtliche Wetten auf eine Leitzinssenkung in diesem Jahr gestrichen.

Chipwerte im freien Fall

Besonders hart traf es den Halbleitersektor: Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) verlor zwischenzeitlich bis zu 6 Prozent, bevor er diese Verluste bis zum Handelsschluss auf rund 3 Prozent halbierte. Qualcomm brach um 11,5 Prozent ein, Intel verlor 7 Prozent. Als mögliche Auslöser gelten eine technische Überhitzung – der Index war in den vergangenen sechs Wochen um 70 Prozent gestiegen – sowie die volatile Entwicklung des südkoreanischen KOSPI, der am Dienstag eine wilde Achterbahnfahrt hinlegte und letztlich mit einem Minus von 2 Prozent schloss.

Im Gegensatz dazu legte der Gesundheitssektor um 2 Prozent zu. UnitedHealth gewann 3 Prozent und stützte damit den Dow Jones. Der Technologiesektor insgesamt verlor 1 Prozent und war damit einer der schwächsten Bereiche des Tages.

Britische Anleiherenditen auf höchstem Stand seit 1998

Auch an den Anleihemärkten herrschte Unruhe. Die Renditen 30-jähriger britischer Staatsanleihen kletterten auf den höchsten Stand seit 1998. Hintergrund ist die politische Unsicherheit rund um den britischen Premierminister Keir Starmer, dessen Labour-Partei in der vergangenen Woche herbe Niederlagen bei Lokal- und Regionalwahlen hinnehmen musste. Starmer widersetzt sich Rücktrittsforderungen, doch die Rufe aus den eigenen Reihen werden lauter.

Investoren befürchten, dass ein möglicher Nachfolger die Kreditaufnahme und Staatsausgaben erhöhen könnte – was die Renditen langfristiger britischer Anleihen nach oben treibt. Das Pfund Sterling verzeichnete am Dienstag mit einem Minus von 0,5 Prozent die größten Verluste unter den wichtigsten Währungen. Der US-Dollar legte dagegen auf breiter Front zu.

Ölpreis springt über 100 Dollar

Am Rohstoffmarkt sorgte ein kräftiger Anstieg des Ölpreises für Aufsehen: WTI-Rohöl verteuerte sich um 4 Prozent und überstieg damit wieder die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Auch schwindende Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran belasten die Stimmung. US-Präsident Donald Trump bezeichnete eine mögliche Waffenruhe als „am Tropf hängend".

US-Anleiherenditen stiegen über die gesamte Zinskurve hinweg um 5 Basispunkte. Eine Auktion 10-jähriger US-Staatsanleihen verlief schwach – mit einem großen „Tail" und einem niedrigen Bid-to-Cover-Verhältnis, was auf eine verhaltene Nachfrage hindeutet.

Ausblick: Trump-Xi-Gipfel und weitere Konjunkturdaten

Am Mittwoch stehen mehrere marktbewegende Ereignisse auf der Agenda. US-Präsident Donald Trump trifft zu einem Gipfeltreffen mit Chinas Präsident Xi Jinping in Peking ein. Zudem legen die chinesischen Technologieriesen Tencent und Alibaba ihre Quartalszahlen vor. Aus Japan werden Ergebnisse von Nissan, Sumitomo Mitsui und Softbank sowie Daten zur Handels- und Leistungsbilanz erwartet.

In Europa sprechen mehrere EZB-Vertreter, darunter Präsidentin Christine Lagarde und Direktoriumsmitglied Philip Lane. Aus den USA stehen die Erzeugerpreisdaten für April sowie Reden von Fed-Vertretern auf dem Programm, darunter die Präsidentinnen der Boston Fed und der Dallas Fed. Das US-Finanzministerium versteigert zudem 30-jährige Anleihen im Wert von 25 Milliarden US-Dollar.

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