US-Industrieproduktion übertrifft im Januar alle Erwartungen deutlich
Die amerikanische Industrie startet stark ins neue Jahr und übertrifft Prognosen um fast das Doppelte.

Die US-Industrieproduktion hat im Januar positiv überrascht. Industrie, Versorger und Bergbau steigerten ihre Gesamtproduktion um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat – Ökonomen hatten lediglich ein Plus von 0,4 Prozent erwartet. Die US-Notenbank Federal Reserve veröffentlichte die Daten am Mittwoch.
Allein die Industrie legte im Januar um 0,6 Prozent zu, nach einer Stagnation im Dezember. Auch hier lagen die Erwartungen der Experten mit plus 0,4 Prozent deutlich unter dem tatsächlichen Ergebnis. Der Industriesektor macht in den USA rund zehn Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus.
Stimmung auf bestem Niveau seit dreieinhalb Jahren
Die Stimmung in der US-Industrie untermauert den positiven Trend. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des Institute for Supply Management (ISM) kletterte im Januar auf 52,6 Punkte – nach 47,9 Punkten im Dezember. Damit überschritt der Index die wichtige Wachstumsschwelle von 50 Punkten und erreichte den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Für Anleger ist das ein bedeutsames Signal: Ein PMI über 50 signalisiert Expansion im Sektor.
Auch bei den Investitionsgüterbestellungen gibt es erfreuliche Nachrichten. Aufträge für Investitionsgüter ohne Rüstung und Flugzeuge – ein viel beachteter Frühindikator für Unternehmensausgaben – stiegen im Dezember um 0,6 Prozent. Der Wert für November wurde zudem auf plus 0,8 Prozent nach oben korrigiert.
KI-Boom als Wachstumsmotor – Zölle als Bremsfaktor
Ein zentraler Treiber der Investitionsdynamik ist der Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI). Das rasante Wachstum bei Rechenzentren befeuert die Nachfrage nach Ausrüstung und Infrastruktur erheblich. Abseits des KI-Sektors dämpfen jedoch Importzölle die Produktionsdynamik spürbar.
Ökonomen rechnen dennoch mit einer breiteren Erholung des verarbeitenden Gewerbes im Jahresverlauf. Voraussetzung dafür ist, dass die handelspolitische Unsicherheit durch die Zollpolitik nachlässt. Für Privatanleger bleibt die Entwicklung der US-Industriedaten ein wichtiger Indikator für die Konjunkturerwartungen an den Börsen.
