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US-Hypothekenzinsen erreichen höchsten Stand seit 2023

Sieben Wochen in Folge steigen die Zinsen – die längste Serie seit drei Jahren verschlechtert die Wohnraumerschwinglichkeit erheblich.

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US-Hypothekenzinsen erreichen höchsten Stand seit 2023

Die US-Hypothekenzinsen haben ihren höchsten Stand seit Ende 2023 erreicht und belasten den amerikanischen Immobilienmarkt zunehmend. Der durchschnittliche Zinssatz für 30-jährige Festzins-Hypotheken lag zum 8. Oktober bei 7,4 Prozent – ein Anstieg von 0,12 Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Dies geht aus Daten des staatlich geförderten Hypothekenfinanzierers Freddie Mac hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.

Die Zinsen befinden sich damit auf dem höchsten Niveau seit Anfang November 2023. Besonders bemerkenswert ist die Dauer des Anstiegs: Seit sieben Wochen in Folge klettern die Hypothekenzinsen – die längste Steigerungsserie seit drei Jahren. In diesem Zeitraum erhöhten sich die Kreditkosten insgesamt um 0,84 Prozentpunkte.

Geopolitik und Inflation als Treiber

Als Hauptursache für den jüngsten Zinsanstieg gelten steigende Renditen von US-Staatsanleihen. Diese werden durch den Inflationsdruck infolge des Krieges von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran sowie durch die Erwartung weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve angetrieben. Die Fed hatte im September ihren Leitzins zum ersten Mal seit drei Jahren angehoben, um zu verhindern, dass steigende Energiepreise in eine breitere Inflationskrise münden.

Zum Vergleich: Ende Februar war der Zinssatz für 30-jährige Hypotheken zum ersten Mal seit September 2022 unter die Marke von sechs Prozent gefallen – nur wenige Tage bevor die USA und Israel Angriffe auf den Iran starteten. Seit Beginn des Konflikts ist der Hypothekenzins um 1,4 Prozentpunkte gestiegen.

Immobilienmarkt stagniert – Käufer ziehen sich zurück

Die anhaltend hohen Zinsen hinterlassen deutliche Spuren am US-Immobilienmarkt. „Käufer ziehen sich angesichts der anhaltenden Herausforderungen bei der Erschwinglichkeit zurück, während Verkäufer Flexibilität zeigen", sagte Hannah Jones, Senior-Ökonomin bei Realtor.com. Laut Jones gab es im vergangenen Monat bei etwa einem Fünftel aller Angebote Preissenkungen – der höchste Anteil seit vier Jahren.

Auch das Inventar und die schwebenden Hausverkäufe zeigten sich schwach. Baukosten sind gestiegen, und potenzielle Verkäufer warten ab, bis die Zinsen wieder sinken. Jones fasst die Lage deutlich zusammen: „Insgesamt deuten die Immobiliendaten für September auf einen Markt hin, der durch den zunehmenden Druck auf die Erschwinglichkeit stagniert. Käufer haben zwar mehr Optionen in niedrigeren Preisklassen, aber die hohen Hypothekenzinsen machen Wohneigentum für viele unerreichbar."

Politische Brisanz vor den Zwischenwahlen

Der Anstieg der Hypothekenzinsen sorgt auch politisch für Unruhe. Die Republikaner kämpfen im Vorfeld der Zwischenwahlen im November um den Erhalt der Kontrolle über den US-Senat und das Repräsentantenhaus – und die verschlechterte Wohnraumerschwinglichkeit dürfte dabei kein Vorteil sein.

Was die weitere Zinsentwicklung betrifft, zeigen sich die Märkte vorsichtig: Händler messen der Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der nächsten Fed-Sitzung Ende Oktober lediglich 20 Prozent bei. Bis Ende 2026 sehen sie jedoch eine Chance von 76 Prozent, dass die US-Zentralbank die Zinsen mindestens einmal angehoben haben wird. Für deutsche Anleger und Beobachter verdeutlicht die Entwicklung, wie stark geopolitische Ereignisse und Notenbankpolitik die Realwirtschaft – insbesondere den Immobilienmarkt – beeinflussen können.

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