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US-Bullenmarkt wird vier Jahre alt: Historische Daten stimmen optimistisch

Der S&P 500 feiert nächste Woche sein vierjähriges Bullenmarkt-Jubiläum – und die Geschichte spricht für eine Fortsetzung der Rally.

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US-Bullenmarkt wird vier Jahre alt: Historische Daten stimmen optimistisch

Der aktuelle Bullenmarkt an der Wall Street wird am kommenden Montag vier Jahre alt. Am 12. Oktober 2022 markierte der S&P 500 sein Bärenmarkt-Schlusstief bei 3.577,03 Punkten. Seitdem hat der US-Leitindex um mehr als 115 Prozent zugelegt und erst in dieser Woche ein weiteres Allzeithoch erreicht.

Sofern es am Freitag nicht zu einem Marktcrash kommt, wird die kommende Woche das siebte Mal seit 1957 markieren, dass ein Bullenmarkt vier aufeinanderfolgende Jahre angedauert hat. Das zeigen Daten der US-Bank Truist Wealth. Für Anleger ist das eine bemerkenswerte Wegmarke – und historisch betrachtet ein positives Signal.

Was die Geschichte über das fünfte Bullenmarkt-Jahr sagt

Truist Wealth hat die historischen Renditen langjähriger Bullenmärkte analysiert und kommt zu einem ermutigenden Ergebnis: Bullenmärkte, die das Alter von vier Jahren erreichen, tendieren dazu, weiter anzuhalten. Im fünften Jahr erzielte ein Bullenmarkt demnach eine durchschnittliche Rendite von 12 Prozent, der Median der Gewinne liegt sogar bei 15 Prozent.

Keith Lerner, Chefmarktstratege bei Truist, zieht eine konstruktive Bilanz: „Die Gesamtlage der Daten spricht weiterhin für eine Fortsetzung, während der Bullenmarkt in sein fünftes Jahr geht. Anhaltendes Wirtschaftswachstum, widerstandsfähige Unternehmensgewinne und eine signifikante Anpassung der Bewertungen bieten eine solide Grundlage für eine konstruktive Haltung." Lerner warnt jedoch gleichzeitig vor Selbstgefälligkeit: Rücksetzer auf dem Weg nach oben seien üblich gewesen, mit einem durchschnittlichen maximalen Drawdown im fünften Jahr von 14 Prozent – der Median liegt bei 11 Prozent.

Die Rallye vollzieht sich vor einem durchaus herausfordernden Marktumfeld. Steigende Anleiherenditen, höhere Energiepreise und neue Daten, die potenzielle Schwächen im KI-Sektor aufzeigen, sorgen für Gesprächsstoff unter Investoren. Dennoch hält sich die Wirtschaft bislang stabil und wächst trotz dieser Belastungsfaktoren weiter.

Starke Unternehmensgewinne als tragende Säule

Ein wesentlicher Treiber des anhaltenden Aufschwungs sind die Unternehmensgewinne. In den ersten beiden Quartalen 2026 stiegen die Gewinne kräftig an. Analysten erwarten laut FactSet-Daten für das dritte Quartal ein Gewinnwachstum im S&P 500 von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Es wäre damit das dritte Quartal in Folge mit einem Gewinnwachstum von über 25 Prozent – ein starkes Fundament für die weitere Kursentwicklung.

Lerner mahnt dennoch zur Vorsicht bei der Einordnung der aktuellen Marktphase: „Bullenmärkte haben typischerweise ihre stärksten Gewinne zu Beginn und am Ende des Zyklus erzielt, mit moderateren Renditen in den mittleren Phasen. Die Herausforderung besteht darin, dass die Position eines Zyklus erst im Nachhinein mit Sicherheit bestimmt werden kann." Diese Einschätzung ist für Anleger wichtig: Wer auf weitere Kursgewinne setzt, muss zwischenzeitliche Rückschläge einkalkulieren.

Für deutsche Privatanleger, die über ETFs oder Direktinvestments am US-Aktienmarkt partizipieren, bleibt die Botschaft der Daten dennoch grundsätzlich positiv. Die historische Evidenz spricht dafür, dass der Bullenmarkt noch nicht am Ende ist – auch wenn der Weg nach oben selten geradlinig verläuft.

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