ICE setzt Einsätze in New York nach Bronx-Schießerei nicht aus
Heimatschutzminister Mullin bekräftigt: ICE-Operationen laufen weiter – trotz Forderungen von Gouverneurin Hochul und Bürgermeister Mamdani.

Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) wird ihre Aktivitäten in New York nicht unterbrechen. Das erklärte Heimatschutzminister Markwayne Mullin am Freitag auf einer Pressekonferenz, nachdem ICE-Agenten am Donnerstagnachmittag in der Bronx einen Mann angeschossen und verwundet hatten. Der Vorfall hatte scharfe Kritik von lokalen und staatlichen Politikern ausgelöst.
Gouverneurin Kathy Hochul forderte Mullin und Präsident Donald Trump auf, die ICE-Operationen in New York umgehend einzustellen. Auch New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani schloss sich der Kritik an der Behörde an. Mullin ließ diese Forderungen jedoch unbeantwortet und stellte klar, dass die Bundesbehörde ihren Kurs nicht ändern werde.
„Wir werden die Durchsetzungsmaßnahmen nicht pausieren", sagte Mullin auf der Pressekonferenz, die explizit dazu dienen sollte, der wachsenden Kritik an der jüngsten ICE-Schießerei entgegenzutreten. „Es tut mir leid, aber das werden wir nicht. Tatsächlich tut es mir nicht leid. Unsere Aufgabe ist es, die Gesetze des Landes durchzusetzen und die Schlimmsten der Schlimmen zu verfolgen. Unsere Männer und Frauen leisten jeden einzelnen Tag verdammt gute Arbeit, und wir werden nicht aufhören, unsere Arbeit zu tun."
Die Details
Der Vorfall ereignete sich am Donnerstagnachmittag im New Yorker Stadtteil Marble Hill in der Bronx. Laut New Yorker Polizeipräsidentin Jessica Tisch, die sich auf einer Pressekonferenz am Donnerstagabend äußerte, näherten sich zwei ICE-Beamte in Zivil dem Fahrzeug eines Mannes, als dieser in eine Parklücke zurücksetzte. Die Beamten schossen auf den Mann, der als Oscar Belgal (28) identifiziert wurde. Belgal wurde in den Nacken getroffen und verwundet. Zum Zeitpunkt der Schießerei befand sich ein fünfjähriges Kind mit ihm im Fahrzeug.
Die Pressekonferenz von Heimatschutzminister Mullin am Freitagmorgen war als direkte Reaktion auf die öffentliche Empörung über diesen Vorfall angesetzt worden. Mullin verteidigte das Vorgehen der ICE-Beamten und bekräftigte den Auftrag der Behörde zur Strafverfolgung.
Hintergrund: Was bisher geschah
Der aktuelle Vorfall reiht sich in eine Serie von Spannungen zwischen der Trump-Administration und dem Bundesstaat New York ein. Bereits am 08.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Trump-Regierung einen massiven ICE-Großeinsatz in New York City plante. Grenzbeauftragter Tom Homan bestätigte damals, dass ein konkreter Einsatzplan bereits vorlag. „Sie werden in New York City mehr ICE-Präsenz sehen als je zuvor, und sie wird kommen", sagte Homan seinerzeit.
Am 10.06.2026 berichtete aktien.news weiter, dass Homan Gouverneurin Hochul direkt für die geplante Aufstockung der ICE-Beamten verantwortlich machte. Auslöser war ein Gesetz, das Hochul Ende Mai unterzeichnet hatte und das Kommunalverwaltungen sowie lokale Polizeibehörden daran hindert, sogenannte 287(g)-Vereinbarungen mit der Bundesregierung einzugehen. Diese Vereinbarungen ermöglichen es lokalen Behörden, bei der Durchsetzung von Einwanderungsgesetzen mit dem Bund zusammenzuarbeiten.
Bereits am 14.02.2026 hatte aktien.news über einen drohenden Shutdown des US-Heimatschutzministeriums berichtet, der aus dem Streit zwischen Republikanern und Demokraten über Reformen bei der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze resultierte. Präsident Trump lehnte dabei Forderungen der Demokraten nach neuen Beschränkungen für Einwanderungsbeamte ab. Zudem berichtete aktien.news am 08.04.2026 über einen ähnlichen Vorfall in Kalifornien, bei dem ICE-Beamte in Patterson im Central Valley einen Mann angeschossen hatten.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der Vorfall in erster Linie ein politisches Signal: Die Trump-Administration zeigt keine Bereitschaft, ihre Einwanderungsdurchsetzung unter politischem Druck zurückzufahren. Der anhaltende Konflikt zwischen der Bundesregierung und dem Bundesstaat New York – einem der wichtigsten Wirtschafts- und Finanzstandorte der USA – könnte das politische Klima in den Vereinigten Staaten weiter belasten.
Unternehmen mit starker Präsenz in New York, insbesondere im Finanz- und Technologiesektor, könnten indirekt von einem anhaltend angespannten politischen Umfeld betroffen sein. Direkte wirtschaftliche Auswirkungen des Vorfalls sind dem Quelltext jedoch nicht zu entnehmen. Anleger sollten die Entwicklungen im Blick behalten, ohne vorschnelle Schlüsse zu ziehen.
Ausblick
Der Artikel von CNBC World wurde als Eilmeldung eingestuft, und weitere Aktualisierungen wurden angekündigt. Konkrete Termine, geplante Maßnahmen oder offizielle Ankündigungen über die weitere Vorgehensweise von ICE in New York sind dem Quelltext nicht zu entnehmen. Gouverneurin Hochul hat ihre Forderung nach einem sofortigen Stopp der ICE-Operationen in New York öffentlich gemacht, eine Reaktion der Bundesregierung darauf steht – über Mullins Ablehnung hinaus – noch aus.
Kurz erklärt
- ICE (Immigration and Customs Enforcement): US-Bundesbehörde, die für die Durchsetzung von Einwanderungs- und Zollgesetzen innerhalb der Vereinigten Staaten zuständig ist.
- 287(g)-Vereinbarungen: Kooperationsabkommen zwischen der US-Bundeseinwanderungsbehörde und lokalen oder staatlichen Strafverfolgungsbehörden zur gemeinsamen Durchsetzung von Einwanderungsrecht.
- DHS (Department of Homeland Security): Das US-Heimatschutzministerium, das für innere Sicherheit, Grenzschutz und Einwanderungsbehörden wie ICE zuständig ist.
