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US-Arbeitsmarktbericht befeuert Zinserwartungen: Fed-Futures sehen Dezember-Erhöhung bei 80 Prozent

Starke US-Jobdaten vom Freitag treiben die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember auf rund 80 Prozent.

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US-Arbeitsmarktbericht befeuert Zinserwartungen: Fed-Futures sehen Dezember-Erhöhung bei 80 Prozent

Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht hat die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve (Fed) maßgeblich beeinflusst. Am Freitag meldete das US-Arbeitsministerium 165.000 neue Stellen, während Ökonomen im Vorfeld lediglich mit einem Zuwachs von etwa 65.000 gerechnet hatten. Die Arbeitslosenquote sank zugleich auf 4,1 %. Die Daten fielen damit deutlich stärker aus als prognostiziert.

In der Folge intensivierten Händler ihre Wetten auf eine zweite Zinserhöhung im Dezember. Die implizite Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt um einen Viertelprozentpunkt stieg laut Fed-Futures auf etwa 80 %, nachdem sie zuvor bei rund 75 % gelegen hatte. Fed-Futures sind Terminkontrakte, mit denen Marktteilnehmer die künftige Zinspolitik der Notenbank einpreisen – sie gelten als wichtiger Stimmungsindikator für die Erwartungen an die Fed.

Vor der Veröffentlichung des Berichts herrschte am Markt eine gewisse Unsicherheit, die durch die Nachwirkungen der US-Zwischenwahlen verstärkt wurde. Analysten hatten im Vorfeld auf eine moderate Entwicklung mit einem Stellenwachstum im Bereich von 100.000 bis 150.000 spekuliert. Die Volatilität des monatlichen Berichts galt dabei stets als Risikofaktor.

Der US-Dollar zeigt eine neutrale bis leicht bullische Tendenz

Der US-Dollar reagierte auf die Datenlage mit einer neutralen bis leicht bullischen Tendenz, wobei insbesondere das Währungspaar USD/JPY genau beobachtet wurde. Ein starker Arbeitsmarktbericht könnte den Aufwärtstrend des Dollars weiter stützen, während schwächere Daten die Sorgen vor einer Stagflation hätten befeuern können.

Michael Hartnett nennt drei Bedingungen für risikobehaftete Anlagen

Über die unmittelbare Marktreaktion hinaus lieferte Michael Hartnett, Chefstratege der Bank of America, eine umfassende Einschätzung zur allgemeinen Anlagestrategie. Er betonte, dass Anleger bei risikobehafteten Anlagen zurückhaltend bleiben sollten, bis drei Bedingungen erfüllt sind: das Ende des Zinserhöhungszyklus der Zentralbanken, ein Rückgang der Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen unter 4,5 % sowie ein Ölpreis unter 80 US-Dollar pro Barrel.

Sollten die Inflations- und Arbeitsmarktdaten für November schwach ausfallen, könnten die für Dezember erwarteten Zinsschritte der Fed, der EZB und der Bank of Japan die letzten dieses Zyklus sein. Eine solche Entwicklung würde eine Jahresendrallye bei Risikoanlagen begünstigen.

Die Bank of America erwartet steigende Steuern und Regulierungen

Die Bank of America analysierte zudem die politischen Implikationen der Zwischenwahlen, die als Signal für einen Wandel von „populistischem Kapitalismus“ zu „populistischem Sozialismus“ gewertet werden. Damit verbunden ist die Erwartung steigender Steuern und Regulierungen. Dies könnte den Fokus der Anleger verschieben: Bevorzugt werden derzeit Gold gegenüber Öl, Technologieanleihen gegenüber Technologieaktien sowie Konsumwerte gegenüber Energietiteln.

Trotz der politischen Unsicherheiten verzeichneten globale Aktienfonds zuletzt Rekordzuflüsse. Insbesondere chinesische Aktien und der Technologiesektor erfuhren starkes Interesse, während Geldmarktfonds ebenfalls signifikante Kapitalzuflüsse verbuchten. Für deutsche Anleger sind diese Entwicklungen relevant, da sie die globale Risikostimmung und damit auch die Bewertung hiesiger Aktien und Anleihen beeinflussen.

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