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Unilever und McCormick: Ende einer Lebensmittel-Ära für 65 Milliarden Dollar

Unilever trennt sich von seinem Lebensmittelgeschäft – ein Abschnitt, der fast 165 Jahre Unternehmensgeschichte umfasst.

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Unilever und McCormick: Ende einer Lebensmittel-Ära für 65 Milliarden Dollar

Unilever hat am Dienstag bekanntgegeben, sein Lebensmittelgeschäft mit dem amerikanischen Gewürzhersteller McCormick zusammenzuführen. Die Transaktion bewertet das fusionierte Unternehmen mit rund 65 Milliarden US-Dollar und wäre damit die zweitgrößte Transaktion in der Geschichte der Lebensmittelbranche. Unilever behält zunächst eine Beteiligung von 9,9 Prozent, plant jedoch, diese ein Jahr nach Abschluss zu veräußern.

Der Deal markiert das Ende einer langen Unternehmensgeschichte im Lebensmittelbereich. Unilevers Wurzeln reichen bis ins Jahr 1860 zurück, als die niederländische Familie Jurgens in Oss ein Buttergeschäft aufbaute. Bestimmte Vermögenswerte, darunter das Indien-Geschäft von Unilever, sind von der Transaktion ausgenommen.

Von Butter und Margarine zum Weltkonzern

Die Geschichte beginnt mit einfachen Zutaten: Die Familie Jurgens, ursprünglich Zimmerleute, erhielt Butter als Bezahlung für ihre Arbeit und erkannte das Geschäftspotenzial. Im Jahr 1871 erwarb Jan Jurgens das Patent zur Margarineherstellung von dem französischen Erfinder Hippolyte Mège-Mouriès, der den Butterersatz aus Rinderfett entwickelt hatte. Parallel dazu baute die Familie Van den Bergh, ebenfalls Butterhändler aus Oss, ihr Exportgeschäft nach England aus.

Aus dem Wettbewerb wurde schließlich eine Kooperation: Mehrere Margarinehersteller, darunter Jurgens und Van den Bergh, schlossen sich zur Margarine Unie zusammen. Im Jahr 1929 fusionierte diese mit dem britischen Seifen- und Reinigungsmittelriesen Lever Brothers zu Unilever – eine der damals größten Fusionen Europas.

Tiefkühlkost, Tee und Speiseeis

In den folgenden Jahrzehnten diversifizierte Unilever sein Lebensmittelportfolio erheblich. Lever Brothers hatte bereits die britische Wurstwarenmarke Wall's übernommen, die in das Speiseeisgeschäft expandierte – mit Verkäufern auf Dreirädern, die Eis direkt an Kunden verkauften. Das war das erste fabrikmäßig produzierte und für den Massenvertrieb verpackte Speiseeis in Großbritannien.

In den 1940er Jahren stieg Unilever in den Tiefkühlkostmarkt ein, sicherte sich die Marke Birds Eye in Großbritannien und erwarb Batchelors, spezialisiert auf gefriergetrocknetes Gemüse. Birds Eye Fischstäbchen, 1955 in Großbritannien eingeführt, machten innerhalb eines Jahrzehnts zehn Prozent des britischen Fischkonsums aus. Später kamen Lipton-Tee und PG Tips hinzu, was Unilever zu einem der weltgrößten Teeunternehmen machte.

Im Jahr 2000 erwarb Unilever Ben & Jerry's sowie Bestfoods – den Hersteller von Hellmann's Mayonnaise, Knorr-Brühwürfeln und Suppenpulvern. Dieser Deal galt damals als die zweitgrößte Barübernahme der Geschichte. Mit dem Verkauf seines Margarine- und Brotaufstrichgeschäfts Upfield – zu dem Marken wie Flora und Stork gehören – für 6,8 Milliarden Dollar begann Unilever 2018 seinen strategischen Rückzug aus dem Lebensmittelbereich.

Nun setzt der Konzern diesen Kurs konsequent fort und übergibt sein gesamtes Lebensmittelgeschäft an McCormick – das Ende einer fast 165-jährigen Lebensmittelgeschichte.

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