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UniCredit macht offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank

Mit einem formellen Tauschangebot erhöht UniCredit-Chef Andrea Orcel den Druck auf den Frankfurter DAX-Konzern erheblich.

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UniCredit macht offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank

Die UniCredit hat ihr Übernahmeangebot für die Commerzbank offiziell gemacht. Einen Tag nach der Zustimmung der eigenen Aktionäre zur notwendigen Kapitalerhöhung legte die italienische Großbank das formelle Kaufangebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vor. „Ich glaube, dass man durch das Angebot die Dinge voranbringen kann", sagte UniCredit-Chef Andrea Orcel den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX in Frankfurt.

Die Angebotsfrist läuft bis zum 16. Juni. Danach besteht die Möglichkeit einer Verlängerung bis zum 3. Juli. UniCredit kontrolliert bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile – direkt über Aktien sowie indirekt über Finanzinstrumente. Für weitere 2,65 Prozent hat sich die Bank den Kaufpreis gesichert, jedoch nicht das Kaufrecht selbst.

Aktientausch statt Bargeld

Statt eines klassischen Barangebots setzt UniCredit auf einen Aktientausch: Für jede Commerzbank-Aktie bietet die Mailänder Bank 0,485 neue UniCredit-Aktien. Dieses Tauschverhältnis hatte UniCredit bereits Mitte März angekündigt. Damals entsprach das einem Wert von 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie – einem Aufschlag von vier Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 13. März. Auf dieser Basis bewertet UniCredit die Commerzbank mit knapp 35 Milliarden Euro. Auf Grundlage eines Drei-Monats-Durchschnittskurses beziffert UniCredit den Wert je Anteil nun auf 34,35 Euro.

Das Problem: An der Börse kostet eine Commerzbank-Aktie derzeit rund 35 Euro. Das Tauschangebot ist damit kaum attraktiv genug, um viele Aktionäre zum Verkauf zu bewegen. Orcel selbst räumte ein, dass das wahrscheinlichste Szenario sei, unter der Kontrollmehrheit von 50 Prozent zu bleiben. „Wie Sie wissen, haben wir klar zum Ausdruck gebracht, dass wir bislang kein Interesse daran haben, mehr Mitspracherecht zu erlangen", betonte der Manager.

Commerzbank prüft das Angebot

Die Commerzbank reagierte zunächst zurückhaltend. Vorstand und Aufsichtsrat nehmen die Angebotsunterlage „zur Kenntnis" und wollen das Angebot „sorgfältig prüfen". Eine begründete Stellungnahme soll innerhalb der gesetzlichen Frist folgen – das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz verlangt dies „unverzüglich", in der Praxis hat sich eine Frist von zwei Wochen etabliert.

Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank wehren sich seit Monaten gegen das aus ihrer Sicht „feindliche" Vorgehen Orcels. UniCredit hatte im September 2024 einen Aktienverkauf des Bundes genutzt, um bei der Commerzbank einzusteigen – seitdem ist der Konflikt eskaliert.

Stellenabbau und Gewerkschaftssorgen

Orcel präsentierte zuletzt einen Umbauplan, der im Falle einer erfolgreichen Übernahme rund 7.000 Vollzeitstellen in Deutschland kosten könnte. Das Auslandsnetz der Commerzbank hält UniCredit für „überdimensioniert" und „ineffizient". Orcels hartes Urteil: Der aktuelle Kurs der Commerzbank werde „mittelfristig ihr Überleben gefährden".

Gewerkschaften befürchten einen „Kahlschlag" ähnlich dem, den die HypoVereinsbank (HVB) nach der UniCredit-Übernahme erlebte. Die HVB ist bereits die deutsche Tochter der UniCredit – eine Fusion mit der Commerzbank würde erhebliche Synergien, aber auch massiven Stellenabbau bedeuten.

Bundesregierung will Eigenständigkeit

Der deutsche Staat, der noch gut zwölf Prozent an der Commerzbank hält, lehnt einen Verkauf seiner Anteile ab und setzt sich für die Eigenständigkeit von Deutschlands zweitgrößter Privatkundenbank ein. Orcel kommentierte dies diplomatisch: „Wenn sie nicht verkaufen wollen, haben wir in Deutschland einen starken Partner, nämlich die Regierung. Und das ist großartig."

Seit Herbst 2024 habe UniCredit versucht, mit verschiedenen Interessengruppen in Kontakt zu treten, um einen gemeinsamen Plan zu entwickeln – ohne Erfolg, wie Orcel einräumte. Den Vorwurf, die Commerzbank öffentlich schlechtzureden, um den Aktienkurs zu drücken, wies er entschieden zurück: „Wir machen die Commerzbank nicht schlecht. Wir wollen, dass die Commerzbank den Wert realisiert, den sie realisieren kann." Orcel bekräftigte abschließend: „Wir waren, wir sind und wir werden immer offen für den Dialog sein."

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