GameStop will eBay übernehmen: Meme-King schlägt erneut zu
Fünf Jahre nach dem legendären Short-Squeeze sorgt GameStop-Vorstandsmitglied Ryan Cohen mit einem neuen Paukenschlag für Aufsehen.

Vor rund fünf Jahren erschütterte die GameStop-Aktie die Finanzwelt in ihren Grundfesten. Damals hatten mehrere Hedgefonds massiv auf fallende Kurse des angeschlagenen Videospielhändlers gewettet – doch eine koordinierte Gruppe von Kleinanlegern, die sich in Online-Foren zusammenfand, durchkreuzte diese Pläne spektakulär.
Der Aktienkurs von GameStop schoss zeitweise um sage und schreibe 2.300 Prozent in die Höhe. Die betroffenen Hedgefonds erlitten Milliardenverluste. Was folgte, war ein Börsenereignis, das in die Geschichte einging: GameStop wurde zur Meme-Aktie schlechthin, und das Narrativ von David gegen Goliath – die kleinen Privatanleger, die erstmals die mächtigen Wall-Street-Spieler in die Knie zwangen – prägte die Finanzberichterstattung weltweit.
Ryan Cohen: Vom Meme-King zum Dealmaker
Mittendrin und seither nicht mehr wegzudenken: Ryan Cohen, Vorstandsmitglied bei GameStop und von der Community längst zum sogenannten Meme-King gekürt. Cohen verkörpert für viele Privatanleger die Idee, dass unkonventionelle Strategien und eine treue Fangemeinde etablierte Marktmechanismen aushebeln können.
Nun sorgt Cohen erneut für Schlagzeilen – diesmal mit einem besonders ambitionierten Vorhaben. Berichten zufolge hat GameStop Interesse an einer Übernahme von eBay signalisiert. Ein solcher Schritt wäre eine radikale strategische Neuausrichtung für den Videospielhändler, der zuletzt vor allem durch seine Rolle als Meme-Aktie und weniger durch operatives Wachstum auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Für Privatanleger, die GameStop seit dem Short-Squeeze von 2021 verfolgen, ist dieser Schritt ein weiteres Kapitel in einer ohnehin außergewöhnlichen Unternehmensgeschichte. Die Frage, ob hinter dem Vorstoß eine tragfähige Geschäftsstrategie steckt oder ob es sich um einen weiteren medienwirksamen Zug des Meme-Kings handelt, dürfte die Community und die Märkte gleichermaßen beschäftigen.
Meme-Aktien: Zwischen Kult und Kalkül
Das Phänomen der Meme-Aktien hat gezeigt, wie stark soziale Medien und gemeinschaftliches Handeln von Kleinanlegern die Börse beeinflussen können. GameStop steht dabei symbolisch für eine neue Ära des Retail-Investierens, in der Plattformen wie Reddit oder X (ehemals Twitter) Kursbewegungen auslösen können, die klassische Fundamentalanalysen ins Leere laufen lassen.
Ob die mögliche eBay-Übernahme Realität wird und welche Konsequenzen sie für beide Unternehmen hätte, bleibt abzuwarten. Fest steht: Ryan Cohen und GameStop verstehen es meisterhaft, die Aufmerksamkeit der Märkte auf sich zu ziehen – und das dürfte auch diesmal nicht anders sein.
