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Ungarns Notenbank hält Leitzins konstant

Inflation, Forint und Wahlen prägen geldpolitischen Ausblick

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Ungarns Notenbank hält Leitzins konstant

Die ungarische Zentralbank hat ihren Leitzins wie erwartet bei 6,5 Prozent belassen und damit an ihrer seit 15 Monaten unveränderten Geldpolitik festgehalten. Die Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit über die künftige Inflationsentwicklung, insbesondere mit Blick auf die anstehenden Parlamentswahlen im April. Marktteilnehmer hatten diesen Schritt weitgehend einkalkuliert, was auch eine Umfrage unter Ökonomen bestätigte, die einhellig von einer stabilen Zinspolitik ausgingen.

Nach Einschätzung der befragten Experten könnten die Zinsen bis zum Ende des kommenden Jahres dennoch um insgesamt 50 Basispunkte gesenkt werden. Ausschlaggebend dafür sind rückläufige Inflationsaussichten, die von der Ungarischen Nationalbank in neuen Prognosen konkretisiert werden sollen. Diese werden im Laufe des Tages veröffentlicht und dürften bereits eine Anpassung der Erwartungen für das Jahr 2026 enthalten. Der Gouverneur der Notenbank hatte zuletzt erklärt, dass die durchschnittliche Inflation im nächsten Jahr zwischen 3,4 und 3,6 Prozent liegen könnte und damit unter früheren Annahmen.

Einige Analysten sehen angesichts dieser Entwicklung sogar Spielraum für eine moderate Zinssenkung noch vor den Wahlen. Entsprechend aufmerksam wird die begleitende Stellungnahme der Zentralbank verfolgt, da sie Hinweise auf mögliche Änderungen des geldpolitischen Kurses liefern könnte. Kurzfristig wird mit einer fortgesetzten Abschwächung des Preisdrucks gerechnet, begünstigt durch einen stabilen Forint sowie durch staatliche Maßnahmen zur Begrenzung von Preisen.

Die ungarische Regierung hat Preisobergrenzen für ausgewählte Lebensmittel und Drogerieartikel eingeführt und diese Maßnahmen zuletzt verlängert. Nach Angaben der Zentralbank haben diese Eingriffe die Gesamtinflation um rund 1,5 Prozentpunkte reduziert. Gleichzeitig haben die vergleichsweise hohen Zinsen den Forint gestützt, der im laufenden Jahr gegenüber dem Euro deutlich an Wert gewonnen hat.

Für die weitere geldpolitische Ausrichtung wird insbesondere der Inflationsbericht für Dezember als maßgeblich angesehen. Dieser soll die Grundlage für Entscheidungen im kommenden Jahr bilden. Zusätzlich sorgt der politische Ausblick für Unsicherheit, da die nächsten Wahlen im Jahr 2026 eine neue Konstellation erwarten lassen und Fragen zur künftigen Fiskalpolitik sowie zum Fortbestand der Preiskontrollen aufwerfen. Vor diesem Hintergrund bleibt die Geldpolitik Ungarns eng mit wirtschaftlichen und politischen Faktoren verknüpft.

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