TUI und Oman: Geplante Hotelpartnerschaft vorerst auf Eis
Der Hannoveraner Reisekonzern TUI stoppt seine ambitionierte Kooperation mit Omans staatlicher Tourismusgesellschaft Omran.

Der Touristikkonzern TUI und Omans staatliche Investitionsgesellschaft Omran haben ihre im September 2024 vereinbarte Partnerschaft vorerst eingefroren. Omran habe den Hannoveranern mitgeteilt, dass der ursprünglich vereinbarte Zeitplan für das gemeinsame Projekt nicht mehr einzuhalten sei, erklärte TUI.
Damit fallen gleich zwei geplante Vorhaben ins Wasser: der Bau und Betrieb von fünf Hotels in der südomanischen Region Dhofar sowie der geplante Einstieg Omans beim TUI-Konzern. Omran hatte vorgesehen, sich mit 1,4 Prozent an dem börsennotierten Reiseriesen zu beteiligen.
Das ursprüngliche Konzept sah ein gemeinsames Joint Venture vor, an dem TUI und Omran jeweils 45 Prozent halten sollten. Ein privater Investor hätte die verbleibenden zehn Prozent übernommen. Der Oman wollte dabei Grundstücke und Kapital einbringen, während TUI die operative Seite – insbesondere Buchungsprozesse und Hotelmanagement – verantwortet hätte.
Hintergrund: Großes Potenzial, bisher wenig Angebot
TUI-Strategiechef Peter Krüger hatte die Partnerschaft im September vergangenen Jahres mit dem Wachstumspotenzial des Landes begründet. Es gebe eine starke Nachfrage von Urlaubern nach dem Reiseziel Oman, jedoch fehle es bislang an ausreichenden Kapazitäten und entsprechender Hotelinfrastruktur.
Für TUI-Aktionäre bedeutet das Einfrieren der Kooperation zunächst den Wegfall einer potenziellen Wachstumsperspektive im Nahen Osten. Der Konzern hatte zuletzt verstärkt auf Expansion in neue Märkte gesetzt, um sein Portfolio über klassische Urlaubsdestinationen hinaus zu diversifizieren.
Trotz des Rückschlags betonen beide Seiten, den Dialog aufrechterhalten zu wollen. Eine endgültige Absage ist die Pause damit nicht – ob und wann das Projekt neu aufgesetzt wird, bleibt jedoch offen.
