Warner Bros. Discovery: Paramount erhöht Gebot – Netflix unter Druck
Im Bieterkampf um Warner Bros. Discovery legt Paramount nach und zwingt Netflix zum Handeln.

Warner Bros. Discovery (WBD) steht im Zentrum eines milliardenschweren Übernahmekampfes. Der traditionsreiche Medienkonzern gab am Dienstag bekannt, ein höheres Gebot von Paramount Skydance erhalten zu haben. Das Unternehmen prüft das neue Angebot nun gemäß den Bedingungen seiner bestehenden Vereinbarung mit <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3ANFLX">Netflix.
Der Hintergrund: WBD und Netflix hatten bereits eine Einigung erzielt. Netflix stimmte im Dezember zu, die Studio- und Streaming-Sparten von WBD für 27,75 US-Dollar je Aktie zu übernehmen – eine Bewertung von rund 72 Milliarden US-Dollar für diese Sparten, bei einem Gesamtunternehmenswert von etwa 82,7 Milliarden US-Dollar. Paramount hingegen strebt die vollständige Übernahme des gesamten WBD-Konzerns an.
Paramount hatte den WBD-Aktionären ein feindliches Übernahmeangebot von 30 US-Dollar je Aktie für den gesamten Konzern unterbreitet. Dieses Gebot umfasst nicht nur die Studio- und Streaming-Sparten, sondern auch lineare Kabelsender wie CNN, TBS, HGTV und TNT sowie digitale Assets wie Bleacher Report und House of Highlights.
Zeitdruck für Netflix
Sollte WBD das neue Paramount-Angebot als überlegen einstufen, hat Netflix lediglich vier Tage Zeit, sein bereits vereinbartes Gebot nachzubessern. Verpasst Netflix diese Frist oder verzichtet auf eine Anpassung, fällt eine Trennungsgebühr von 2,8 Milliarden US-Dollar an – die Paramount sich bereit erklärt hat zu finanzieren.
In der vergangenen Woche hatte WBD angekündigt, die Verhandlungen mit Paramount im Rahmen einer siebentägigen Verzichtserklärung von Netflix wieder aufzunehmen. Dies zeigt, wie ernst der Verwaltungsrat das konkurrierende Angebot nimmt.
Mega-Fusion mit weitreichenden Folgen
Ein Zusammenschluss von Paramount und WBD hätte erhebliche Konsequenzen für die gesamte Medienbranche. HBO Max und Paramount+ würden zu einem gemeinsamen Streamingdienst verschmelzen, während mit Warner Bros. und Paramount Skydance Studios zwei der fünf umsatzstärksten Filmstudios der Welt unter ein Dach kämen.
Auch im Nachrichtenbereich entstünde eine neue Machtstruktur: CNN und CBS News würden erstmals denselben Eigentümer haben. Für deutsche Medienbeobachter ist besonders relevant, dass WBD hierzulande mit Sendern wie TNT und zahlreichen Streaming-Inhalten präsent ist. Der Ausgang des Bieterkampfes dürfte das globale Medienlandschaft nachhaltig verändern.
