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Trumps Marihuana-Neueinstufung: Historischer Schritt mit großen Lücken

Die Trump-Administration stuft medizinisches Cannabis neu ein – ein Fortschritt, der jedoch weit hinter einer echten Harmonisierung der Drogenpolitik zurückbleibt.

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Trumps Marihuana-Neueinstufung: Historischer Schritt mit großen Lücken

Die Entscheidung der Trump-Administration, staatlich zugelassene medizinische Cannabisprodukte neu zu klassifizieren, wird von Befürwortern als „historischer erster Schritt" gewertet. Gleichzeitig warnen Experten, dass die Maßnahme weit hinter den notwendigen Änderungen zurückbleibt. Das ist die zentrale Botschaft eines Gastbeitrags von Paul Armentano, dem Vertreter der US-amerikanischen Cannabisreform-Organisation NORML.

Armentano begrüßt ausdrücklich, dass die Bundesregierung staatlich lizenzierte Anbieter von medizinischem Cannabis nun offiziell anerkennt. Seit über 50 Jahren hatte die US-Bundesregierung an ihrer Position festgehalten, dass Marihuana keinerlei legitimen medizinischen Nutzen besitze und in dieselbe Bundesklassifizierung wie Heroin gehöre. Diese Politik wurde laut Armentano bis zum Äußersten durchgesetzt – einschließlich Drohungen gegen Ärzte, die mit Patienten über medizinische Cannabis-Optionen sprachen.

Breiter gesellschaftlicher Konsens für medizinisches Cannabis

Der Wandel in der öffentlichen und wissenschaftlichen Meinung ist inzwischen kaum noch zu ignorieren. Vierzig US-Bundesstaaten haben den ärztlich autorisierten Zugang zu medizinischen Cannabisprodukten legalisiert, beginnend mit Kalifornien im Jahr 1996. Kein einziger dieser Bundesstaaten hat seine entsprechenden Gesetze bisher wieder aufgehoben – ein Zeichen dafür, dass die Programme funktionieren und Missbrauch minimal ist.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 69 Prozent der Hausärzte, Pflegefachkräfte und anderer medizinischer Fachkräfte in den USA stimmen mittlerweile zu, dass Cannabis über gut belegte medizinische Anwendungen verfügt. Über ein Viertel der Kliniker gibt an, es Patienten bereits empfohlen zu haben. Laut einer umfassenden 250-seitigen Untersuchung des US-Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2023 nutzen mehr als 6 Millionen Patienten medizinisches Cannabis unter ärztlicher Aufsicht.

Das US-Gesundheitsministerium hielt in seiner Untersuchung fest: „In unserer Untersuchung wurden keine Sicherheitsbedenken festgestellt, die darauf hindeuten würden, dass die medizinische Verwendung von Marihuana unannehmbar hohe Sicherheitsrisiken darstellt." Bereits vor fast einem Jahrzehnt hatten Forscher der National Academy of Sciences „schlüssige Beweise" dafür vorgelegt, dass Cannabis bei der Behandlung chronischer Schmerzzustände „wirksam" ist.

Neueinstufung löst den Kernkonflikt nicht

Trotz des positiven Signals bleibt die eigentliche Herausforderung ungelöst. Armentano kritisiert, dass die neue Anordnung es versäumt, die Marihuana-Politik der Bundesstaaten und des Bundes zu harmonisieren. Patienten landesweit erhalten damit keine umfassende Entlastung.

Die Forderung von NORML ist klar formuliert: „Um diesen Konflikt zwischen Bundesstaaten und dem Bund zu beheben, muss Cannabis vollständig aus dem Controlled Substances Act gestrichen werden." Eine bloße Neueinstufung innerhalb des bestehenden Klassifizierungssystems reiche demnach nicht aus, um die strukturellen Widersprüche zwischen Bundes- und Staatsrecht zu beseitigen.

Für deutsche Beobachter ist die US-Debatte durchaus relevant: Auch in Deutschland wurde Cannabis im April 2024 teilweise legalisiert, wobei die Diskussion über medizinische Anwendungen und regulatorische Rahmenbedingungen weiterhin anhält. Der Konflikt zwischen zentralstaatlicher Regulierung und regionalen Regelungen ist somit kein rein amerikanisches Phänomen.

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