Trumps Gold-Card-Visum: Bisher nur ein einziger Antragsteller zugelassen
Das umstrittene US-Visumprogramm für Wohlhabende läuft schleppend an – trotz Hunderten laufender Prüfungen.

Washingtons neues „Gold Card"-Visumprogramm kommt nur langsam in Fahrt. Handelsminister Howard Lutnick bestätigte am Donnerstag vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses, dass bislang lediglich eine einzige Person für das Programm zugelassen wurde. Die Identität dieses Antragstellers gab Lutnick nicht bekannt.
Das Programm richtet sich an wohlhabende Ausländer, die bereit sind, für eine US-Aufenthaltsgenehmigung tief in die Tasche zu greifen. Die Grundgebühr beläuft sich auf eine Million US-Dollar – hinzu kommt eine Bearbeitungsgebühr von 15.000 US-Dollar. Trotz des hohen finanziellen Einsatzes ist der Zulassungsprozess offenbar alles andere als schnell.
Lutnick beschrieb das Prüfverfahren als „außergewöhnliche Überprüfung". Derzeit befinden sich laut seinen Angaben Anträge von Hunderten weiteren Ausländern im Prüfprozess. Wann diese Anträge abschließend bearbeitet werden, ließ er offen.
Programm seit Dezember aktiv
Die Trump-Administration nahm ab Dezember 2025 erstmals Anträge für das Gold-Card-Visum entgegen. Präsident Donald Trump hat das Programm wiederholt als Instrument beworben, um internationale Talente und Investoren in die Vereinigten Staaten zu locken. Die Idee dahinter: Wer bereit ist, erhebliche Summen zu investieren, soll einen erleichterten Zugang zur US-Aufenthaltsgenehmigung erhalten.
Das Konzept ähnelt sogenannten „Investor-Visa"-Programmen, die es in verschiedenen Ländern weltweit gibt – etwa dem EB-5-Programm in den USA oder vergleichbaren Regelungen in europäischen Ländern wie Portugal oder Malta. Der entscheidende Unterschied beim Gold-Card-Programm liegt jedoch in der Höhe der geforderten Summe sowie dem beschriebenen strengen Überprüfungsverfahren.
Heimatschutzministerium schweigt
Das US-Heimatschutzministerium reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme bezüglich der Genehmigungsrate oder des Status des Antragsstaus. Damit bleiben viele Fragen zur praktischen Umsetzung des Programms vorerst unbeantwortet.
Für deutsche und europäische Beobachter ist das Programm aus mehreren Gründen interessant. Einerseits könnte es wohlhabende Europäer ansprechen, die eine dauerhafte Präsenz in den USA anstreben. Andererseits wirft die bislang extrem niedrige Zulassungsquote – eine Person bei Hunderten laufender Prüfungen – Fragen zur Effizienz und den tatsächlichen Hürden des Verfahrens auf.
Ob das Gold-Card-Programm tatsächlich nennenswerte Kapitalzuflüsse in die USA generieren wird, bleibt angesichts des schleppenden Starts abzuwarten. Die Trump-Administration hat bislang keine konkreten Zielzahlen für Zulassungen oder erwartete Einnahmen aus dem Programm kommuniziert.
