Trump-Zölle schocken Märkte: Gold auf Rekordhoch
US-Präsident Donald Trump droht mit massiven Zöllen auf EU-Importe und fordert die Kontrolle über Grönland. Die Ankündigungen lösen heftige Turbulenzen an den globalen Finanzmärkten aus, während Gold ein neues Allzeithoch erreicht.

Die jüngsten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump haben die globalen Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Seine Drohung, weitreichende Zölle auf europäische Waren zu erheben und die Kontrolle über Grönland zu übernehmen, führte zu den stärksten Kursverlusten seit Monaten.
Europäische Börsen unter Druck
Der Stoxx Europe 600 verzeichnete am Montag einen Rückgang von 1,2 Prozent – der stärkste Einbruch seit über zwei Monaten. Besonders hart traf es handelsabhängige Sektoren. Aktien von LVMH und BMW gehörten zu den größten Verlierern. Auch die US-Futures zeigten sich schwach: S&P 500 und Nasdaq-100 fielen um etwa ein Prozent, obwohl die amerikanischen Märkte wegen des Martin Luther King Jr. Day geschlossen blieben.
Zoll-Eskalation ab Februar
Trump kündigte in einem Social-Media-Post an, ab dem 1. Februar Zölle von 10 Prozent auf alle Warenimporte aus acht europäischen Ländern zu erheben. Betroffen sind Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Die Abgaben sollen im Juni auf 25 Prozent steigen und so lange gelten, bis ein "vollständiger und totaler Kauf von Grönland" vereinbart sei.
Zusätzlich drohte Trump am Dienstag mit 200-prozentigen Zöllen auf französische Weine und Champagner. Hintergrund ist offenbar eine ablehnende Reaktion des französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf eine Einladung zum "Board of Peace" für den Gazastreifen.
EU bereitet Gegenmaßnahmen vor
Die EU reagiert entschlossen auf die Drohungen. EU-Botschafter hielten am Sonntag Krisengespräche ab und erwägen den Einsatz eines bisher ungenutzten Handelsschutzinstruments, der sogenannten "Bazooka". Die EU-Kommission teilte mit, dass Vergeltungszölle auf US-Güter im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar bereits am 7. Februar in Kraft treten könnten. Diese waren ursprünglich für 2025 ausgesetzt worden.
Grönland-Konflikt verschärft sich
Trump bekräftigte seine Absicht, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen, und spielte den europäischen Widerstand herunter. Er argumentierte, dass eine jahrhundertelange Präsenz kein Eigentumsrecht begründe. Dänemark unterhält seit 1721 Kolonien in Grönland. Die Insel wurde 1953 Teil Dänemarks und erhielt 2009 eine weitreichende Selbstverwaltung.
Obwohl Trump den Einsatz militärischer Gewalt nicht ausschloss, hatte Außenminister Marco Rubio Anfang Januar erklärt, Trump bevorzuge einen Kauf Grönlands. Die Begründung: Dies sei für die "globale Sicherheit" notwendig.
Gold erreicht Allzeithoch
Die politische Unsicherheit treibt Anleger in sichere Häfen. Spotgold durchbrach die Marke von 4.700 US-Dollar pro Unze und erreichte ein Allzeithoch von 4.701,23 Dollar – ein Plus von 0,7 Prozent. US-Goldfutures für Februar stiegen sogar um 2,4 Prozent auf 4.706,50 Dollar. Auch Silber profitierte und erreichte ein Rekordhoch von 94,72 Dollar, bevor es leicht auf 94,27 Dollar zurückfiel.
Analysten bezeichnen Trumps Politik als "Segen für Edelmetalle". Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit vor einem Jahr ist der Goldpreis um mehr als 70 Prozent gestiegen. Zusätzlichen Auftrieb erhält Gold durch Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Federal Reserve. Diese Woche verhandelt der Oberste Gerichtshof über Trumps Versuch, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen.
Fed-Zinsentscheidung rückt in den Fokus
Gold, das keine Zinsen abwirft, profitiert typischerweise von Niedrigzinsphasen. Analysten erwarten, dass die Fed ihre nächste Zinssenkungsrunde aufgrund eines trägen Arbeitsmarktes und schwacher Verbraucherstimmung in den Juni oder Juli verschieben könnte. Dies würde das Edelmetall weiter stützen.
Investoren verunsichert
Seema Shah, Chef-Globalstrategin bei Principal Asset Management, brachte die Marktstimmung auf den Punkt: "Viele Investoren hatten gehofft, dass sich die politische Unruhe, das politische Rauschen, das 2025 kennzeichnete, verringern würde. Die letzten Tage haben dies in Frage gestellt." Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Drohungen in konkrete Maßnahmen münden oder Teil einer Verhandlungstaktik sind.
