Trump verteidigt Fed-Kandidat Warsh und erwartet niedrigere Zinsen
US-Präsident hält direkte Zinsfragen für unangemessen, zeigt sich aber optimistisch über künftige Geldpolitik.

US-Präsident Donald Trump hat sich am Freitag zu seinem Kandidaten für den Vorsitz der Federal Reserve geäußert und dabei eine klare Position bezogen: Direkte Fragen an Kevin Warsh über künftige Zinsentscheidungen seien unangemessen. Gleichzeitig zeigte sich Trump zuversichtlich, dass Warsh die Zinsen senken werde. "Ich möchte es schön und rein halten", erklärte der Präsident gegenüber Reportern in Washington.
Trump betonte, Warsh habe bereits öffentlich erklärt, dass er Zinssenkungen befürworte. "Er wird dasselbe tun wollen", fügte der Präsident hinzu und signalisierte damit seine Erwartungshaltung an die künftige Geldpolitik. Die Nominierung von Warsh als Nachfolger des aktuellen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell gilt als wichtiger Schritt in Trumps Wirtschaftspolitik.
Blockade im Senat droht
Die Bestätigung von Warsh könnte sich jedoch als komplizierter erweisen als erwartet. Der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina kündigte an, die Bestätigung aller Fed-Nominierten zu blockieren, bis eine Untersuchung des Justizministeriums gegen den derzeitigen Fed-Chef Powell "vollständig und transparent abgeschlossen" sei. Trump zeigte sich davon unbeeindruckt: "Wenn er nicht zustimmt, müssen wir einfach warten, bis jemand kommt, der zustimmen wird."
Tillis, der 2026 nicht zur Wiederwahl antritt, sitzt im einflussreichen Bankenausschuss des Senats, der für die Bestätigung von Fed-Kandidaten zuständig ist. Der Ausschuss verfügt über eine knappe republikanische Mehrheit von 13 zu 11 Stimmen. Der Verlust nur einer Stimme könnte den gesamten Bestätigungsprozess erheblich verzögern.
Knappe Mehrheitsverhältnisse
Die politische Arithmetik im Senat spielt eine entscheidende Rolle: Die Republikaner verfügen im Gesamtsenat lediglich über eine Mehrheit von drei Stimmen. Eine Blockade im Bankenausschuss würde bedeuten, dass die Nominierung nicht an das Plenum weitergeleitet werden kann. Trump bezeichnete Tillis als "Obstruktionist" und signalisierte, dass er notfalls auf einen Nachfolger im Ausschuss warten würde.
Die Personalie Warsh ist für die Finanzmärkte von großer Bedeutung, da der Fed-Vorsitz eine der einflussreichsten Positionen in der globalen Wirtschaftspolitik darstellt. Warsh gilt als erfahrener Finanzexperte, der bereits von 2006 bis 2011 im Board of Governors der Federal Reserve tätig war. Seine Haltung zu Zinssenkungen könnte die Geldpolitik der größten Volkswirtschaft der Welt maßgeblich beeinflussen.
