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Kevin Warsh wird neuer Fed-Chef: Trumps zweiter Anlauf

Nach jahrelanger Vorbereitung nominiert Trump den 55-jährigen Ökonomen zum Nachfolger von Jerome Powell.

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Kevin Warsh wird neuer Fed-Chef: Trumps zweiter Anlauf

Kevin Warsh steht vor seiner Ernennung zum Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve. Präsident Donald Trump kündigte am Freitag an, den 55-jährigen Ökonomen für die Position zu nominieren. Sollte der Senat zustimmen, würde Warsh Mitte Mai Jerome Powell ablösen, dessen Amtszeit als Fed-Chef endet.

Die Nominierung ist das Ergebnis einer über ein Jahrzehnt währenden Vorbereitung. Bereits 2017 hatte Warsh Hoffnungen auf den Posten, doch Trump entschied sich damals für Powell. Der Präsident hatte Bedenken: Warsh erschien ihm zu jung, und dessen kritische Haltung zur Inflation ließ befürchten, dass er die Zinssätze nicht so niedrig halten würde wie von Trump gefordert.

In den vergangenen Jahren baute Warsh seine Position strategisch aus. Er kritisierte Powell öffentlich, pflegte Kontakte zu Trumps engstem Umfeld und lobte die Wirtschaftspolitik des Präsidenten. Diese Beharrlichkeit zahlt sich nun aus.

Erfahrung aus der Finanzkrise

Warsh bringt bedeutende Erfahrung mit: Fünf Jahre lang gehörte er dem Gouverneursrat der Federal Reserve an und prägte die Reaktion der Zentralbank auf die Finanzkrise 2008/09 entscheidend mit. Seit seinem Ausscheiden vor 15 Jahren hat er in zahlreichen Essays, Reden und Interviews seine Vision für Reformen der Institution dargelegt.

Die Bestätigung durch den Senat gilt als wahrscheinlich. Mit einer republikanischen Mehrheit von 53 zu 47 Stimmen scheint Warshs Ernennung gesichert, auch wenn der Prozess nicht ohne Hürden verlaufen dürfte.

Politischer Druck auf die Notenbank

Im Zentrum der Kontroversen steht eine Untersuchung des Justizministeriums gegen die Fed. Powell und Gesetzgeber beider Parteien werten diese als Teil einer umfassenderen Kampagne, um die Zentralbank zu niedrigeren Zinssätzen zu drängen. Trump hatte Powell wiederholt für ausbleibende Zinssenkungen attackiert.

Die Ernennung Warshs markiert einen Wendepunkt für die US-Geldpolitik. Der designierte Fed-Chef wird vor der Herausforderung stehen, die Unabhängigkeit der Zentralbank zu wahren und gleichzeitig den Erwartungen des Weißen Hauses gerecht zu werden.

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