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Kevin Warsh: Trumps Fed-Kandidat plant Deregulierung der Wall Street

Der ehemalige Fed-Gouverneur soll Bankvorschriften lockern und Regulierung stärker an Regierungsziele anpassen.

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Kevin Warsh: Trumps Fed-Kandidat plant Deregulierung der Wall Street

US-Präsident Donald Trump hat Kevin Warsh als Kandidaten für den Vorsitz der Federal Reserve nominiert. Der 54-jährige Republikaner und ehemalige Fed-Gouverneur soll Jerome Powell nachfolgen, dessen Amtszeit im Mai endet. Experten erwarten von Warsh eine deutliche Lockerung der Bankvorschriften für Wall-Street-Institute.

Die Federal Reserve ist die mächtigste Bankenaufsichtsbehörde der USA und überwacht die größten Finanzinstitute des Landes. Sollte der Senat Warsh bestätigen, dürfte er die bereits laufenden Deregulierungsbemühungen unter Vizevorsitzender Michelle Bowman erheblich verstärken. Zudem wird erwartet, dass er die Finanzpolitik der Fed enger an die Ziele der Trump-Regierung anpassen wird.

Kritik an bisheriger Regulierung

Jeremy Kress, Professor an der University of Michigan und ehemaliger Fed-Anwalt, sieht einen deutlichen Kurswechsel voraus: "Powell übte zuweilen einen mäßigenden Einfluss aus, wenn andere zu weit gingen. Warshs Ansicht, dass die Fed bei der Bankenregulierung nicht unabhängig sein sollte, deutet darauf hin, dass er die aggressive Deregulierungsagenda unterstützen wird."

Warsh war von 2006 bis 2011 Fed-Gouverneur und half, die Reaktion der Zentralbank auf die Finanzkrise 2008 mitzugestalten. Der ehemalige Investmentbanker äußerte jedoch Kritik an der Entwicklung der damaligen Reformen. Bereits 2010 betonte er in einer Rede: "Regulierung ist zu wichtig, um sie allein den Regulierungsbehörden zu überlassen." Er forderte damals eine stärkere Rolle des Privatsektors bei Finanzmarktreformen.

Vorwurf des Regulierungsversagens

In einem Meinungsartikel im Wall Street Journal machte Warsh vergangenes Jahr die Fed für "Regulierungsversagen" verantwortlich, das zu den Bankenturbulenzen 2023 geführt habe. Besonders kleine und mittlere Banken seien davon betroffen gewesen. Er forderte die Fed-Führung auf, Vizevorsitzende Bowman zu unterstützen, die derzeit die weitreichendsten Lockerungen der Eigenkapitalvorschriften seit der Finanzkrise 2008 vorantreibt.

Die Wall-Street-Banken begrüßten Trumps Nominierung. Sie werten Warshs Erfahrung während der Finanzkrise sowie seine frühere Tätigkeit im Bankensektor als positives Signal für die Branche. Der Anwalt und angesehene Gastwissenschaftler an der Hoover Institution der Stanford University gilt als Befürworter strengerer Kapital- und Liquiditätsanforderungen, betont aber gleichzeitig die Bedeutung privatwirtschaftlicher Lösungsansätze.

Investoren und Analysten beobachten die Nominierung aufmerksam, da Warsh möglicherweise eine stärkere Abstimmung zwischen Fed-Politik und Regierungszielen anstrebt. Dies könnte die traditionelle Unabhängigkeit der Zentralbank in Regulierungsfragen beeinflussen. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim US-Senat, der über Warshs Bestätigung abstimmen muss.

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