Jefferies warnt vor Überraschung bei IEEPA-Zollentscheidung
Die Investmentbank Jefferies mahnt Anleger zur Vorsicht vor der anstehenden Entscheidung des Supreme Court über IEEPA-Zölle. Trotz breiter Markterwartung einer Ungültigkeitserklärung könnten die Richter überraschen.

Die Investmentbank Jefferies warnt Anleger davor, sich zu sicher über den Ausgang der Supreme Court-Entscheidung zu den IEEPA-Zöllen zu sein. Obwohl die Märkte mehrheitlich mit einer Ungültigkeitserklärung rechnen, betont Analyst Aniket Shah in einer Mitteilung vom Mittwoch, dass "Ergebnisse Vorhersagen trotzen können".
Skepsis der Richter veränderte Marktstimmung
Bei der mündlichen Anhörung am 5. November äußerten mindestens fünf Richter tiefe Skepsis gegenüber der weitreichenden Auslegung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) durch die Regierung. Mehrere Richter betonten dabei, dass die Festsetzung von Zöllen grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich des Kongresses falle. Diese Signale verschoben die Markterwartungen deutlich in Richtung einer Ungültigkeitserklärung.
Historisches Beispiel als Warnung
Jefferies verweist jedoch auf ein signifikantes Risiko und erinnert an den Fall NFIB gegen Sebelius. Damals hielt der Supreme Court die individuelle Versicherungspflicht des Affordable Care Act mit 5:4 Stimmen aufrecht – entgegen nahezu einstimmiger Expertenerwartungen. "Die Ansichten der Richter können sich entwickeln", erklärt Shah, "und aggressives Befragen signalisiert nicht immer die endgültige Position eines Richters."
Marktreaktionen bei Überraschung
Da die Märkte eine Zollentlastung bereits weitgehend eingepreist haben, würde eine überraschende Entscheidung zur Aufrechterhaltung der Abgaben die Märkte voraussichtlich erschüttern. Jefferies erwartet in diesem Szenario Abverkäufe bei zollsensiblen Aktien und steigende Volatilität. Die Bank empfiehlt Investoren, vor der Entscheidung Absicherungsstrategien in Betracht zu ziehen.
Sektorspezifische Auswirkungen
Die Sektorexpositionen spielen laut Jefferies eine entscheidende Rolle: Unternehmen, die mit einer Rücknahme der Zölle kalkulieren, könnten mit Abwärtsrisiken konfrontiert werden. National geschützte Hersteller würden dagegen möglicherweise einen Vorteil behalten. Kategorien essenzieller Güter dürften weiterhin Ausnahmen erfahren.
Langfristige Handelspolitik im Fokus
Sollten die Zölle aufrechterhalten werden, würde dies nach Einschätzung von Jefferies "grünes Licht für die fortgesetzte Nutzung von Zöllen als politisches Druckmittel geben". Das handelsbezogene Schlagzeilenrisiko bliebe dann bis mindestens 2026 erhöht. Eine mögliche Verzögerung der Entscheidung würde das Urteil auf Ende Februar verschieben.
