Trump greift Papst Leo nach Außenpolitik-Kritik scharf an
US-Präsident Donald Trump bezeichnete Papst Leo auf Truth Social als „schwach" und „furchtbar" – nach päpstlicher Kritik an Trumps Politik.

US-Präsident Donald Trump hat Papst Leo am Sonntag öffentlich attackiert. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete Trump das Kirchenoberhaupt als „schwach" bei der Verbrechensbekämpfung und „furchtbar" in der Außenpolitik. Gegenüber Reportern erklärte Trump zudem, er sei kein „großer Fan" des Papstes.
Der Konflikt zwischen dem US-Präsidenten und dem Pontifex schwelt seit Wochen. Papst Leo hat sich zu einem lautstarken Kritiker von Trumps Außen- und Migrationspolitik entwickelt. Besonders Trumps Drohung, die iranische Zivilisation zu vernichten, bezeichnete der Papst als „inakzeptabel".
Papst Leo kritisiert US-Außenpolitik und Migrationspolitik
Papst Leo äußerte sich auch zum US-israelischen Krieg gegen den Iran, der am 28. Februar begann. Er forderte ein „tiefgreifendes Nachdenken" über den Umgang mit Migranten in den USA unter der Trump-Administration. Diese Stellungnahmen provozierten die scharfe Reaktion des US-Präsidenten.
Trump ließ es nicht bei dem Angriff auf Truth Social bewenden. In seinem Beitrag schrieb er außerdem: „Leo sollte seine Angelegenheiten als Papst in den Griff bekommen." Die Aussagen verdeutlichen die wachsende Spannung zwischen dem Weißen Haus und dem Vatikan.
Ungewöhnlicher Schlagabtausch zwischen Washington und dem Vatikan
Ein derart offener Konflikt zwischen einem amtierenden US-Präsidenten und dem Papst ist historisch ungewöhnlich. Die USA haben eine bedeutende katholische Bevölkerung, und das Verhältnis zwischen Washington und dem Heiligen Stuhl ist traditionell von diplomatischer Zurückhaltung geprägt. Trumps direkte Angriffe auf das Kirchenoberhaupt markieren daher eine bemerkenswerte Eskalation.
Für deutsche Beobachter ist der Vorfall auch geopolitisch relevant. Die päpstliche Kritik am US-israelischen Krieg gegen den Iran und an Trumps Drohungen gegenüber Teheran spiegelt eine breitere internationale Besorgnis wider, die auch in Europa geteilt wird. Papst Leo positioniert sich damit als moralische Stimme gegen eine Eskalation im Nahen Osten – eine Haltung, die in vielen europäischen Hauptstädten Anklang findet.
Die Auseinandersetzung zwischen Trump und Papst Leo dürfte die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und dem Vatikan weiter belasten. Ob und wie der Heilige Stuhl auf Trumps jüngste Angriffe reagieren wird, bleibt abzuwarten.
