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Toyota hebt Gewinnprognose an und setzt auf Hybrid-Nachfrage

Der japanische Autokonzern übertrifft die Erwartungen mit einem operativen Gewinnplus von 34 Prozent und einem Aktienkursanstieg von fast 16 Prozent.

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Toyota hebt Gewinnprognose an und setzt auf Hybrid-Nachfrage

Toyota hat am Donnerstag seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben und damit an der Börse für einen kräftigen Kurssprung gesorgt. Der weltweit größte Automobilhersteller verzeichnete im dritten Quartal bis zum 30. September seinen ersten Gewinnanstieg seit sechs Quartalen. Das operative Ergebnis kletterte um 34 Prozent auf 1,13 Billionen Yen, umgerechnet rund 7,1 Milliarden US-Dollar.

Als Treiber dieser Entwicklung nennt der japanische Konzern den schwachen Yen und die starke Nachfrage nach Hybridfahrzeugen in den USA. Toyota erhöhte die Gewinnprognose für das Gesamtjahr um 500 Milliarden Yen auf 3,9 Billionen Yen. Zusätzlich stockte der Konzern sein Aktienrückkaufprogramm auf 1,3 Billionen Yen auf, nachdem der bisherige Plan 1 Billion Yen vorgesehen hatte.

Die Aktie reagierte deutlich: Sie legte um fast 16 Prozent zu und machte damit die Verluste des laufenden Jahres wett. Getragen wurde die Kursentwicklung auch von der Hoffnung, dass US-Zölle auf Autoimporte nach den Ergebnissen der Midterm-Wahlen gesenkt werden könnten.

Der Absatz in Nordamerika wächst, China bremst das Gesamtvolumen

Beim Absatz zeigt sich ein gespaltenes Bild. In den ersten neun Monaten des Jahres sank der Absatz von Toyota um 3,4 Prozent auf 7,5 Millionen Einheiten im Vergleich zum Vorjahr. Ursache war vor allem der Einbruch des chinesischen Automarkts. In Nordamerika hingegen stieg der Absatz im gleichen Zeitraum um 1,1 Prozent.

Bemerkenswert ist die Entwicklung der Profitabilität in dieser Region: Das operative Ergebnis in Nordamerika kehrte erstmals seit Einführung der Zölle durch US-Präsident Donald Trump in dessen zweiter Amtszeit ins Positive zur��ck. Für deutsche Anleger ist das ein wichtiger Hinweis, weil Nordamerika für japanische Hersteller ähnlich wie für die deutschen Premiumanbieter ein zentraler Gewinnmarkt ist.

Toyota will Zulieferer unabhängig von ihrer Nationalität auswählen

Bei der Beschaffung setzt Toyota auf ein klares Kriterium: die Wettbewerbsfähigkeit. „Bei der Beschaffung wählen wir die am besten geeigneten Teile und Technologien auf Basis der Wettbewerbsfähigkeit aus, unabhängig von der Nationalität oder Unternehmensgruppe eines Lieferanten“, sagte Yoichi Miyazaki, Executive Vice President des Konzerns. Damit signalisiert Toyota, dass es sich gegen die chinesischen Konkurrenten im Bereich Elektrofahrzeuge ernsthaft zur Wehr setzen will.

Toyota gab zudem neue Strategien bekannt, um in Nordamerika, China und Asien besser konkurrieren zu können. In den USA plant der Konzern, die heimische Hybridproduktion auszuweiten und Roboter einzusetzen, um mit den steigenden Arbeitskosten fertig zu werden. Darüber hinaus erklärte das Unternehmen, Erkenntnisse aus China an Zulieferer in Südostasien und Japan weiterzugeben. Das legt die Möglichkeit nahe, dass Toyota künftig mehr chinesische Zulieferer in seine internationalen Lieferketten integriert.

Das Keiretsu-System stützte den Aufschwung der japanischen Autoindustrie

Der Aufschwung von Toyota und der japanischen Automobilindustrie insgesamt wurde durch das Keiretsu-System gestützt. Bei diesem Modell sind Hersteller und ihre Zulieferer durch kreuzweise gehaltene Anteile, konzerninterne Finanzierungen und enge Managementbeziehungen loyal aneinander gebunden. Die Reformen bei Toyota fügen sich in die zunehmenden Anzeichen ein, dass Japans Autohersteller ihre Zulieferer auffordern, entweder mitzuhalten oder unterzugehen – indem sie beweisen, dass sie gegen kostengünstigere chinesische Mitbewerber konkurrenzfähig sind.

Toyota bestätigt Pläne für ein Robotik-Geschäft

Ein weiteres Standbein soll die Robotik werden. Toyota bestätigte am Donnerstag seine Pläne, ein Robotik-Geschäft aufzubauen, um die Automatisierung seiner Fertigungslinien zu beschleunigen und einen neuen Umsatzstrom jenseits des Automobilgeschäfts zu erschließen. Damit verbindet der Konzern die Bewältigung steigender Kosten mit dem Aufbau eines zusätzlichen Geschäftsfelds.

Für Anleger bleibt festzuhalten, dass die Kombination aus Währungsvorteilen, Hybridnachfrage in den USA und einem milliardenschweren Rückkaufprogramm die Stimmung kurzfristig deutlich verbessert hat. Ob sich der Trend verstetigt, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung des chinesischen Marktes und der US-Handelspolitik ab.

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