Titan Mining unterzeichnet Vorvertrag mit US-Armee für Graphitanlage in Alabama
Das kanadische Unternehmen plant eine Graphitverarbeitungsanlage auf 97 Acres ungenutztem Heeresgelände im Anniston Army Depot.

Titan Mining hat am Mittwoch mitgeteilt, dass eine Tochtergesellschaft des Unternehmens eine vorläufige Vereinbarung mit dem US-Heeresministerium unterzeichnet hat. Diese legt die kommerziellen Bedingungen für eine geplante Graphitverarbeitungsanlage im US-Bundesstaat Alabama fest. Die Vereinbarung ist Teil der Bestrebungen der Vereinigten Staaten, die inländische Verarbeitungskapazität für kritische Mineralien auszubauen.
Diese Rohstoffe werden in Verteidigungs-, Batterie- und Industrieanwendungen eingesetzt. Für den Aufbau einer unabhängigen Versorgungskette spielt Graphit eine zentrale Rolle, da er sowohl in der Rüstungsindustrie als auch in der Batteriefertigung benötigt wird. Die nun getroffene Vereinbarung ordnet sich in diese strategischen Bemühungen ein.
Die vorgeschlagene Anlage soll auf etwa 97 Acres (rund 39 Hektar) ungenutztem Heeresgelände im Anniston Army Depot in Alabama entwickelt werden. Damit würde ein bislang militärisch nicht genutztes Areal einer industriellen Verwendung zugeführt.
Empire State Mines als Betreiber vorgesehen
Gemäß dem Term Sheet würde die Titan-Tochter Empire State Mines die Graphitverarbeitungsanlage entwickeln, finanzieren, errichten, besitzen und betreiben. Das kanadische Unternehmen erklärte, die Anlage werde gereinigtes mikronisiertes Graphit (PMG) produzieren. Dieser Werkstoff kommt in industriellen, defensiven und Batterieanwendungen zum Einsatz.
Später soll zusätzlich beschichtetes sphärisches gereinigtes Graphit (CSPG) hergestellt werden. Dieses gilt als Schlüsselwerkstoff für Anoden von Lithium-Ionen-Batterien. Damit würde die Anlage gleich zwei zentrale Vormaterialien für die Batterie- und Verteidigungsindustrie abdecken.
Laufzeit von bis zu 100 Jahren möglich
Der vorgeschlagene Leasingrahmen sieht eine ursprüngliche Laufzeit von 50 Jahren vor. Hinzu kommen zwei Verlängerungsoptionen zu je 25 Jahren. Daraus ergibt sich eine potenzielle Betriebslaufzeit von bis zu 100 Jahren.
Zudem hätte das Heeresministerium ein Vorkaufsrecht auf bestimmte, nicht anderweitig gebundene Mengen an PMG und CSPG. Dieses Vorkaufsrecht ist bei 10 Prozent der jährlichen Anlagenproduktion gedeckelt. Damit sichert sich das Militär Zugriff auf einen Teil der Produktion, ohne die Vermarktung der übrigen Mengen einzuschränken.
Für deutsche Anleger ist die Meldung vor dem Hintergrund wachsender Bemühungen westlicher Staaten interessant, die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten bei kritischen Rohstoffen zu verringern. Graphit zählt zu den Materialien, die für die Energiewende und die Verteidigungsindustrie als besonders kritisch gelten. Titan Mining positioniert sich mit dem Vorhaben in diesem strategisch wichtigen Marktsegment.
Die Vereinbarung ist bislang vorläufig und legt die kommerziellen Rahmenbedingungen fest. Ob und wann die Anlage tatsächlich errichtet wird, hängt von den weiteren Schritten des Projekts ab.
