Indonesien erwägt Moratorium für neue Nickelverarbeitungsanlagen zur Preisstützung
Der zuständige Bergbauminister Bahlil Lahadalia will die Produktion von Halbfabrikaten drosseln, um die fallenden Nickelpreise zu stützen.

Indonesien erwägt ein Moratorium für die Errichtung neuer Nickelverarbeitungsanlagen, die halbfertige Metalle produzieren. Das sagte der zuständige Bergbauminister Bahlil Lahadalia am Mittwoch. Der Plan ist Teil der Bemühungen des Landes, die Preise von Nickelprodukten zu stützen.
Als Grund für die geplante Maßnahme nannte Bahlil das Überangebot an halbfertigen Nickelprodukten aus Indonesien. Dieses Überangebot habe die Preise sinken lassen, erklärte der Minister. Mit dem Moratorium will die Regierung die Produktion von Halbfabrikaten eindämmen und stattdessen die Herstellung von Endprodukten fördern.
„Wir prüfen, die Industriezweige, die Halbfabrikate herstellen, zu minimieren, und könnten sogar ein Moratorium verhängen, während wir gleichzeitig die Produktion von Endprodukten fördern", sagte Bahlil gegenüber Reportern.
Größter Nickel-Exporteur der Welt
Indonesien ist der größte Exporteur von Nickelprodukten weltweit. Allerdings bestehen die meisten Lieferungen aus Rohmetallen wie Nickelpigiron oder Ferronickel. Diese halbfertigen Produkte bringen dem Land weniger Wertschöpfung als verarbeitete Endprodukte, weshalb die Regierung auf eine stärkere Weiterverarbeitung im Inland setzt.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der Bahlil seine Zuständigkeiten deutlich ausgeweitet hat. In der jüngsten Kabinettsumbildung von Präsident Prabowo Subianto wurde er zum Koordinierenden Minister für Downstreaming und Energiewende ernannt. Diese Funktion übt er zusätzlich zu seinen aktuellen Ämtern als Energieminister und Bergbauminister aus. Ziel ist es, die Investitionspolitik in nachgelagerte Ressourcenindustrien zu bündeln.
Abbaumengen sollen weiter kontrolliert werden
Neben dem geplanten Moratorium will die Regierung ihre Politik zur Kontrolle der Abbautomengen für Nickel beibehalten. Damit sollen die Preise weiter gestützt werden, so Bahlil. Die Kombination aus Angebotssteuerung und Förderung der Endproduktion ist Teil einer breiteren Strategie, den Wert der indonesischen Nickelindustrie zu erhöhen.
Für deutsche Anleger und Industrieunternehmen ist die Entwicklung relevant, weil Indonesien eine zentrale Rolle auf dem globalen Nickelmarkt spielt. Eine Drosselung der Halbfabrikate-Produktion könnte das globale Angebot und damit die Preisbildung beeinflussen. Ob und wann das Moratorium tatsächlich kommt, ließ Bahlil offen – bislang handelt es sich um eine Prüfung.
Der Minister machte deutlich, dass die Regierung den eingeschlagenen Kurs der Ressourcenpolitik beibehalten will. Das Moratorium wäre ein weiterer Baustein in einer Strategie, die darauf abzielt, mehr Verarbeitungsschritte ins Land zu holen und den Export von Rohmetallen zurückzudrängen. Beobachter dürften die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen, da Indonesien den globalen Nickelmarkt maßgeblich prägt.
