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Tesla-Kläger: Sammelklage wegen falscher Versprechen zum autonomen Fahren

Enttäuschte Tesla-Besitzer klagen: Sie zahlten Tausende Dollar für autonomes Fahren – ein Versprechen, das bis heute nicht eingelöst wurde.

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Tesla-Kläger: Sammelklage wegen falscher Versprechen zum autonomen Fahren

Ein pensionierter Anwalt aus den USA steht im Mittelpunkt einer Sammelklage gegen Tesla. Tom LoSavio kaufte 2017 ein Tesla Model S für mehr als 100.000 US-Dollar – überzeugt davon, ein Fahrzeug zu erwerben, das eines Tages vollständig autonom fahren würde. Für den lebenslangen Zugang zu den fortschrittlichsten Fahrerassistenzsystemen des Unternehmens zahlte er zusätzlich 8.000 US-Dollar.

LoSavio beschreibt sich selbst als „Early Adopter" – also als jemanden, der neue Technologien frühzeitig und bewusst annimmt. Tesla-Chef Elon Musk hatte damals erklärt, die in den Fahrzeugen verbaute Hardware werde es letztlich allen Autos des Unternehmens ermöglichen, selbstständig zu fahren. „Meine Frau und ich sprachen darüber, wie großartig es wäre, wenn wir einfach in ein Auto steigen könnten und es uns überallhin fahren würde", sagte LoSavio dem Wall Street Journal.

Vorwurf: Tesla habe Kunden hinters Licht geführt

Neun Jahre nach dem Kauf zieht LoSavio eine ernüchternde Bilanz. Er ist überzeugt, dass Tesla ihn und andere Käufer systematisch getäuscht habe. Als Hauptkläger einer Sammelklage wirft er dem Elektroautohersteller vor, Kunden Tausende von Dollar für teure Upgrades eines Produkts berechnet zu haben, das schlicht nicht existierte – und bis heute nicht existiert.

Die Sammelklage richtet sich damit gegen das Kernversprechen, mit dem Tesla über Jahre hinweg Käufer für seine Fahrerassistenzsysteme gewonnen hat. Das sogenannte „Full Self-Driving"-Paket (FSD) wurde von Tesla als Schritt in Richtung vollständige Fahrzeugautonomie vermarktet. Kritiker und nun auch Gerichte beschäftigen sich mit der Frage, ob diese Vermarktung irreführend war.

Hintergrund: Autonomes Fahren als umstrittenes Versprechen

Das Thema autonomes Fahren ist in der Automobilindustrie seit Jahren eines der meistdiskutierten – und umstrittensten. Vollständig selbstfahrende Autos, die ohne jegliche menschliche Eingriffe auskommen, sind trotz massiver Investitionen weltweit bislang nicht für den breiten Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Tesla hat sein FSD-System mehrfach aktualisiert, es erfordert jedoch weiterhin einen aufmerksamen Fahrer am Steuer.

Für deutsche Verbraucher und Anleger ist der Fall von besonderer Relevanz: Tesla ist auch hierzulande einer der meistverkauften Elektroautohersteller, und das Thema Fahrerassistenz spielt beim Kauf eine zunehmend wichtige Rolle. Die Klage könnte weitreichende Konsequenzen für die Art und Weise haben, wie Automobilhersteller ihre Assistenzsysteme bewerben dürfen.

Die Tesla-Aktie (TSLA) reagierte zuletzt mit einem Minus von 1,23 Prozent auf die anhaltende Nachrichtenlage rund um das Unternehmen. Wie die Sammelklage ausgeht, bleibt abzuwarten – sie wirft jedoch grundlegende Fragen über Verbraucherschutz und Produktversprechen in der Technologiebranche auf.

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