Tankrabatt: Bundeskartellamt bestätigt 80 Prozent Weitergabe an Verbraucher
Der Tankrabatt kam größtenteils bei den Autofahrern an – Diesel besser als Benzin, zeigt die Auswertung des Bundeskartellamts.

Das Bundeskartellamt hat seine Analyse zum Tankrabatt vorgelegt und zieht ein überwiegend positives Fazit. Bei Diesel wurden 82,6 Prozent der Energiesteuerentlastung an die Verbraucher weitergegeben, bei E5-Benzin waren es 77,8 Prozent. Die Steuerentlastung war als Reaktion auf die stark gestiegenen Kraftstoffpreise nach Ausbruch des Iran-Kriegs eingeführt worden.
Der staatlich gewährte Rabatt belief sich auf knapp 17 Cent je Liter. In der Praxis fehlten bei Diesel im Schnitt 2,9 Cent und bei Benzin 3,7 Cent – dieser Anteil wurde von den Mineralölkonzernen und Tankstellenbetreibern nicht an die Endverbraucher durchgereicht.
Kartellamtspräsident Andreas Mundt kommentierte das Ergebnis nüchtern: „Die Steuerentlastung wurde nicht vollständig, aber überwiegend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben." Nach dem Auslaufen des Tankrabatts zum 1. Juli stiegen die Kraftstoffpreise erwartungsgemäß um 17 bis 19 Cent – ein Anstieg, den die Behörde als „im erwartbaren Bereich" einstuft.
Milliardenschwere Maßnahme mit Kritik belastet
Die Maßnahme hatte den Bundeshaushalt rund 1,6 Milliarden Euro gekostet. Ökonomen hatten das Instrument von Beginn an scharf kritisiert: Der Tankrabatt entlaste nicht gezielt einkommensschwache Haushalte, sondern komme allen Autofahrern gleichermaßen zugute – unabhängig von ihrer finanziellen Situation.
Für Privatanleger ist dieser Aspekt durchaus relevant: Staatliche Subventionen im Energiesektor beeinflussen die Margen von Mineralölkonzernen und können kurzfristig Preissignale verzerren, die für Investitionsentscheidungen wichtig sind.
12-Uhr-Regel reduziert Preischaos an Tankstellen
Positiv bewertet das Kartellamt auch die sogenannte 12-Uhr-Regel, die parallel eingeführt wurde. Seitdem dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich – zur Mittagszeit – anheben, sie aber jederzeit senken. Ziel der Regelung ist mehr Preistransparenz für Verbraucher.
Die Wirkung ist messbar: Die Zahl der täglichen Preisänderungen sank deutlich von teils bis zu 50 auf durchschnittlich knapp acht pro Tag. Laut Mundt ist Tanken kurz vor 12:00 Uhr in der Regel am günstigsten – ein konkreter Tipp, den Autofahrer direkt nutzen können.
Im zweiten Quartal 2026 gab es laut Kartellamt nur in gut zwei Prozent der Fälle Preiserhöhungen außerhalb des erlaubten Zeitfensters. Für die Ahndung solcher Verstöße sind die Bundesländer zuständig.
