Strategy kauft Bitcoin im Rekordtempo – Konkurrenz bleibt passiv
Während andere Unternehmen ihre Bitcoin-Käufe fast vollständig eingestellt haben, beschleunigt Strategy sein Kauftempo auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr.

Michael Saylors Strategy dominiert den Markt für unternehmenseigene Bitcoin-Reserven wie nie zuvor. Laut dem Krypto-Datenanbieter CryptoQuant sind die Bitcoin-Käufe durch andere börsennotierte Unternehmen gegenüber ihrem Höchststand vom August 2025 um 99 Prozent eingebrochen. Strategy selbst kauft derweil im höchsten Tempo seit April 2025.
Die Zahlen sind eindeutig: In den vergangenen 30 Tagen erwarb Strategy rund 45.000 Bitcoin. Alle anderen Unternehmen mit Bitcoin-Reserven zusammen kamen im gleichen Zeitraum lediglich auf 1.000 BTC. Der Marktanteil der übrigen Unternehmenskäufer ist damit von 95 Prozent im Oktober auf gerade noch 2 Prozent gesunken.
Dominanz mit Risiken
Strategy hält laut Bitcoin Treasuries rund 65 Prozent aller Bitcoin, die sich im Besitz börsennotierter Unternehmen befinden. Die nächstgrößten Halter sind XXI mit 4,3 Prozent und das japanische Unternehmen Metaplanet mit 3,5 Prozent – weit abgeschlagen. Auch Kryptobörsen wie Coinbase und Bullish sowie Miner wie Mara Holdings und Riot Platforms gehören zu den nennenswerten Unternehmenshaltern.
Diese extreme Konzentration birgt Risiken. Strategy finanziert seine Bitcoin-Käufe zu einem erheblichen Teil über Fremdkapital. Sollte die Finanzierung ins Stocken geraten, könnte das nicht nur den Bitcoin-Preis, sondern auch die eigene Aktie unter Druck setzen. Die Strategy-Aktie notiert bereits mehr als 71 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, während Bitcoin gegenüber seinem Oktober-Hoch um 48 Prozent gefallen ist.
Saylor selbst spielt das Konzentrationsrisiko herunter. Er argumentiert, dass die allgemeine Liquidität des Bitcoin-Marktes und dessen Dezentralisierung die Auswirkungen eines einzelnen Großhalters begrenzen würden. Kritiker sehen das anders: Eine so starke Abhängigkeit der Nachfrage von einem einzigen Akteur mache den Markt verwundbar.
Bitcoin-ETFs als stabilisierender Faktor
Neben Strategy bleiben Bitcoin-ETFs, Privatanleger und Miner wichtige Nachfragequellen. Seit ihrer Zulassung in den USA im Jahr 2024 verzeichneten Bitcoin-ETFs Gesamtzuflüsse von 56 Milliarden US-Dollar. Derzeit steuern sie auf ihren ersten Monat mit Nettozuflüssen seit Oktober zu – ein positives Signal für den Markt.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant: Die Konzentration der institutionellen Bitcoin-Nachfrage auf einen einzigen Akteur erhöht die Volatilitätsrisiken. Sollte Strategy seine Käufe drosseln oder in Finanzierungsschwierigkeiten geraten, könnte das den Bitcoin-Preis kurzfristig erheblich belasten.
