Straße von Hormus: Nur sieben Schiffe bei stockenden US-Iran-Gesprächen
Schifffahrtsdaten zeigen drastisch reduzierten Verkehr durch die strategische Wasserstraße – während Diplomatie zwischen Washington und Teheran stockt.

Nur rund sieben Schiffe, vorwiegend Schüttgutfrachter, haben in den vergangenen 24 Stunden die Straße von Hormus passiert. Das zeigen Schifffahrtsdaten vom Montag, die von den Datenanbietern Kpler und SynMax ausgewertet wurden. Zu den Schiffen gehörten Einheiten aus irakischen Häfen sowie ein Schüttgutfrachter aus einem iranischen Hafen.
Dieser Wert entspricht nur einem Bruchteil des normalen Schiffsverkehrs. Vor Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar wurden täglich durchschnittlich 140 Passagen durch die Wasserstraße am Eingang zum Persischen Golf verzeichnet. Das aktuelle Volumen ähnelt laut den Schifffahrtsdaten den Werten der vorangegangenen Tage – eine Normalisierung ist bislang nicht in Sicht.
Diplomatische Gespräche zwischen Washington und Teheran ins Stocken geraten
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels, insbesondere aus den Golfstaaten. Der drastische Rückgang des Schiffsverkehrs spiegelt die angespannte geopolitische Lage wider, während ein unsicherer Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran anhält.
Parallel dazu berichten Schifffahrtsanalysten von direkten Eingriffen amerikanischer Streitkräfte: Sechs Tanker mit rund 10,5 Millionen Barrel iranischem Öl wurden in den letzten Tagen von US-Streitkräften zur Umkehr gezwungen und kehrten durch die Straße von Hormus in den Iran zurück. Dies geht aus einer Analyse von TankerTrackers.com hervor.
US-Blockade stoppt Millionen Barrel iranisches Öl
Nicht alle Tanker wurden jedoch aufgehalten. Etwa 4 Millionen Barrel iranisches Öl an Bord von Tankern passierten am 24. April die US-Blockade erfolgreich, wie TankerTrackers.com in seiner Analyse festhält. Dies zeigt, dass die Blockade zwar erheblichen Druck ausübt, aber nicht lückenlos funktioniert.
Für deutsche Anleger und Energiemärkte ist die Entwicklung rund um die Straße von Hormus von besonderer Bedeutung. Störungen in dieser Meerenge können globale Ölpreise unmittelbar beeinflussen, da ein Großteil der weltweiten Rohölexporte aus der Golfregion über diese Route transportiert wird. Der anhaltende Rückgang des Schiffsverkehrs auf rund fünf Prozent des Vorkriegsniveaus verdeutlicht das Ausmaß der aktuellen Krise.
Die Lage bleibt angespannt: Solange die diplomatischen Gespräche zwischen den USA und dem Iran stocken und der Waffenstillstand als unsicher gilt, ist eine Rückkehr zum normalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nicht absehbar. Marktbeobachter verfolgen die Entwicklungen rund um die strategische Wasserstraße daher mit großer Aufmerksamkeit.
