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Hengli Petrochemical bestreitet Iran-Ölhandel nach US-Sanktionen

Der chinesische Petrochemiekonzern Hengli weist alle Vorwürfe zurück und kündigt rechtliche Schritte gegen die US-Sanktionsliste an.

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Hengli Petrochemical bestreitet Iran-Ölhandel nach US-Sanktionen

Das chinesische Unternehmen Hengli Petrochemical hat am Montag in einer offiziellen Mitteilung an die Börse Shanghai jegliche Verbindung zum iranischen Ölhandel bestritten. Das Unternehmen reagierte damit auf US-Sanktionen, die Washington am vergangenen Freitag gegen die Raffinerie des Konzerns in Dalian verhängt hatte. Hengli kündigte zudem an, rechtliche Schritte einzuleiten, um die Streichung von der US-Sanktionsliste zu erwirken.

Die USA werfen Hengli Petrochemical vor, zu den größten Ölkunden des Irans zu gehören und iranisches Erdöl im Wert von Milliarden US-Dollar gekauft zu haben. Washington betrachtet unabhängige chinesische „Teapot"-Raffinerien wie die von Hengli als entscheidend für die Aufrechterhaltung der iranischen Ölexporte, da sie preisreduziertes Rohöl abnehmen. Quellen zufolge haben staatliche chinesische Raffinerien solche Käufe jedoch bereits weitgehend reduziert oder vermieden.

Befristete Übergangsfrist bis Ende Mai

Das US-Finanzministerium hat mit der sogenannten „General License V" eine zeitlich begrenzte Ausnahmeregelung erlassen. Demnach sind Transaktionen mit der Hengli Petrochemical (Dalian) Refinery Co. sowie allen Unternehmen, an denen Hengli eine Beteiligung von 50 Prozent oder mehr hält, ausschließlich zur Abwicklung bestehender Geschäfte bis zum 24. Mai um 06:01 Uhr MESZ zulässig. Danach greifen die US-Sanktionsbestimmungen vollumfänglich.

Die Raffinerie in Dalian zählt mit einer gemeldeten Rohölverarbeitungskapazität von rund 400.000 Barrel pro Tag zu den größten „Teapot"-Raffinerien Chinas. Der Begriff „Teapot" bezeichnet im Branchenjargon unabhängige, meist kleinere bis mittelgroße chinesische Raffinerien, die außerhalb der staatlichen Ölkonzerne operieren. Die Hengli-Gruppe ist ein breit aufgestellter Großkonzern, der die gesamte Produktionskette von der Ölraffination über Petrochemie bis hin zu Polyester und Textilien abdeckt und die weltweit größten Anlagen für gereinigte Terephthalsäure betreibt.

Hengli beruhigt Anleger mit Vorratsmeldung

Um die Sorgen der Investoren zu dämpfen, erklärte Hengli Petrochemical, über ausreichend Rohölvorräte zu verfügen, um den Verarbeitungsbedarf für mehr als drei Monate zu decken. Das Unternehmen betonte außerdem, dass es Ölgeschäfte weiterhin in chinesischen Yuan abwickeln werde. Zudem wies Hengli darauf hin, dass sich die Sanktionen ausschließlich gegen die Raffinerieeinheit in Dalian und die damit verbundenen Tochtergesellschaften richten – andere Konzerneinheiten seien nicht betroffen.

Die Sanktionen könnten den ohnehin fragilen asiatischen Energiemarkt weiter unter Druck setzen. Geopolitische Spannungen stören die Rohstoffversorgung aus dem Nahen Osten, während erneute Drohnenangriffe auch die Lieferungen aus Russland verlangsamt haben – einer alternativen Bezugsquelle, auf die asiatische Käufer zuletzt verstärkt zurückgegriffen hatten.

Die Entwicklung fällt in eine Phase erneuter diplomatischer Annäherungsversuche zwischen den USA und dem Iran. Beide Seiten halten nach zuvor gescheiterten Verhandlungen eine zweite Gesprächsrunde ab. Washington hatte zuvor vorübergehende Ausnahmegenehmigungen für begrenzte iranische Öltransaktionen erteilt, diese nach ihrem Ablauf jedoch nicht verlängert.

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