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Ölpreis könnte bei Nahostkonflikt auf über 150 Dollar steigen

Brent und WTI legen je 2% zu, während US-Iran-Verhandlungen stocken und die Straße von Hormus gesperrt bleibt.

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Ölpreis könnte bei Nahostkonflikt auf über 150 Dollar steigen

Die Ölpreise haben am Montag deutlich zugelegt, nachdem die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran kaum Fortschritte zeigten. Die Versorgungsströme durch die strategisch wichtige Straße von Hormus bleiben weiterhin eingeschränkt – mit spürbaren Folgen für die globalen Rohölmärkte. Brent-Rohöl-Futures stiegen bis 09:51 Uhr ET um 2% auf 107,46 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls um 2% auf 96,29 US-Dollar pro Barrel zulegte.

Tamas Varga, Analyst bei PVM Oil Associates, warnt vor einem noch drastischeren Preisanstieg. „Man darf einen Anstieg über 150 Dollar nicht ausschließen, falls sich der Konflikt in die Länge zieht", erklärte er gegenüber Investing.com. Varga begründet seine Einschätzung damit, dass bei einer anhaltenden Störung die Angebotsverluste die sogenannte Nachfragezerstörung übersteigen würden – also den Rückgang des Verbrauchs infolge hoher Preise.

Besonders besorgniserregend ist laut Varga das fehlende Substitutionspotenzial: „Alternative Energien stehen nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, um den Ausfall zu kompensieren. Folglich werden die Verbraucher keine andere Wahl haben, als mit höheren Ölpreisen zu leben." Für deutsche Verbraucher und Unternehmen, die stark von Energieimporten abhängig sind, wäre ein solches Szenario besonders belastend.

Festgefahrene Diplomatie zwischen Washington und Teheran

Während die Märkte nervös reagieren, beobachten Anleger einen neuen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Krieges, über den das US-Nachrichtenportal Axios zuerst berichtete. Das Angebot sieht jedoch vor, Diskussionen über das iranische Atomprogramm aufzuschieben – eine Bedingung, die in Washington voraussichtlich auf erheblichen Widerstand stoßen wird.

Die US-Regierung besteht auf der Übergabe iranischer Uranvorräte und der vollständigen Einstellung aller nuklearen Aktivitäten. US-Präsident Donald Trump sagte am Wochenende zudem eine geplante Reise amerikanischer Beamter zu Iran-Gesprächen nach Pakistan ab, kurz nachdem iranische Vertreter Islamabad verlassen hatten. Trump hatte Anfang April einen Waffenstillstand mit dem Iran auf unbestimmte Zeit verlängert, doch die Positionen beider Seiten liegen weiterhin weit auseinander.

Der Iran fordert die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen, während Washington auf einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus beharrt, bevor substanzielle Friedensgespräche beginnen können. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – rund 20% des global gehandelten Öls passieren diesen engen Meereskanal zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel.

Risikoprämie bleibt auch nach möglichem Konfliktende erhöht

Varga warnt, dass selbst eine Beilegung des Konflikts die Marktängste nicht sofort lindern würde. „Selbst wenn der Konflikt heute endet, wird die Risikoprämie über einen langen Zeitraum erhöht bleiben, auch wenn sich die Ölbilanz deutlich lockert", sagte er. Eine Risikoprämie bezeichnet den Aufschlag auf den Ölpreis, den Marktteilnehmer aufgrund geopolitischer Unsicherheiten einpreisen.

Zusätzlich belastet der fragile Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon die Stimmung der Anleger. Das Risiko erneuter Angriffe auf die regionale Ölinfrastruktur bleibe eine akute Sorge, sollten die Feindseligkeiten erneut eskalieren, so Varga. Für Investoren und Energieverbraucher weltweit bleibt die Lage damit angespannt – ein Ende der Volatilität an den Ölmärkten ist vorerst nicht in Sicht.

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