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Steigende Insolvenzen belasten deutsche Wirtschaft

Hohe Kosten, schwache Nachfrage und Milliardenverluste setzen Unternehmen unter Druck

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Steigende Insolvenzen belasten deutsche Wirtschaft

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigt weiterhin deutlich an. Im Oktober dieses Jahres wurden 22,9 Prozent mehr Regelinsolvenzen beantragt als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Seit Juni 2023 liegt die monatliche Zuwachsrate im zweistelligen Bereich, mit Ausnahme des Juni 2024, in dem ein Anstieg von 6,3 Prozent verzeichnet wurde. Diese Daten spiegeln allerdings die Fälle wider, die nach einer ersten Entscheidung der Insolvenzgerichte in die Statistik aufgenommen wurden. Der tatsächliche Zeitpunkt der Insolvenzanträge liegt oft rund drei Monate vor diesem statistischen Erfassungspunkt.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) bezeichnete die Entwicklung als bedenklich. Hohe Energiekosten, steigende Belastungen durch Steuern und Bürokratie sowie eine schwächelnde Nachfrage aus dem In- und Ausland belasten die Unternehmen zusätzlich. DIHK-Mittelstandsexperte Marc Evers erwartet, dass in diesem Jahr deutlich mehr als 20.000 Unternehmen Insolvenz anmelden werden. Bereits im vergangenen Jahr gab es laut Destatis 17.814 Firmenpleiten, während für das laufende Jahr allein bis August 14.403 Unternehmensinsolvenzen gemeldet wurden – ein Anstieg von knapp 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Gläubigerforderungen stiegen ebenfalls deutlich an und beliefen sich allein im August auf etwa 2,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im August des Vorjahres betrugen sie noch rund 1,8 Milliarden Euro. Währenddessen sank die Zahl der Verbraucherinsolvenzen um 2,9 Prozent auf 5.672 Fälle. Der Wirtschaftsforscher Steffen Müller vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle sieht in der aktuellen Insolvenzwelle das Resultat einer konjunkturellen Schwächephase kombiniert mit gestiegenen Kosten. Besonders betroffen seien Unternehmen, die durch die Niedrigzinsphase und staatliche Unterstützungen während der Pandemie überlebt hatten, nun jedoch unter massivem wirtschaftlichem Druck stünden.

Im August wurden 5,1 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen registriert, wobei der Sektor Verkehr und Lagerei mit 9,2 Fällen besonders betroffen war. Das Gastgewerbe und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen verzeichneten ebenfalls hohe Zahlen, gefolgt vom Baugewerbe. Eine Umfrage des ifo-Instituts ergab zudem, dass der Anteil der Betriebe, die um ihre wirtschaftliche Existenz bangen, im Oktober auf 7,3 Prozent anstieg. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 6,8 Prozent. Experten gehen davon aus, dass sich der Anstieg der Unternehmensinsolvenzen fortsetzen wird.

KonjunkturDeutschlandUnternehmerInsolvenz

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