Spanische Zentralbank hebt Wachstumsprognose 2026 an – Iran-Krieg trübt Ausblick
Die Banco de España erwartet für 2026 ein BIP-Wachstum von 2,3 Prozent, warnt aber vor Energiepreisrisiken.

Die spanische Zentralbank hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2026 leicht auf 2,3 Prozent angehoben. Damit übertrifft Spanien den Euroraum-Durchschnitt deutlich: Die Europäische Zentralbank erwartet für die gesamte Eurozone lediglich 0,9 Prozent Wachstum im selben Jahr. Im Jahr 2025 war die spanische Wirtschaft bereits um starke 2,8 Prozent gewachsen.
Die Anhebung der Prognose fällt jedoch geringer aus, als ohne den Iran-Krieg möglich gewesen wäre. Ohne die Folgen des Konflikts im Nahen Osten hätte die Banco de España das Wachstum für 2026 auf 2,4 Prozent prognostiziert. Höhere Energiepreise und eine schwächere Auslandsnachfrage belasten die Aussichten, sollen aber teilweise durch staatliche Unterstützungsmaßnahmen abgefedert werden.
Ausblick auf 2027 deutlich eingetrübt
Für das Jahr 2027 senkte die Zentralbank ihre Wachstumserwartung auf 1,7 Prozent – nach zuvor 1,9 Prozent im Dezember und 2,0 Prozent ohne die Kriegsfolgen. Die Bank betonte, dass diese Prognosen auf einer relativ schnellen Normalisierung der Energiemärkte beruhen. Sollte sich die Lage anders entwickeln, drohen stärkere Abwärtskorrekturen.
In einem Negativszenario mit länger anhaltend hohen Energiepreisen rechnet die Banco de España für 2026 nur noch mit 1,9 Prozent Wachstum und für 2027 mit lediglich 1,1 Prozent. Die Unsicherheit durch den Konflikt im Nahen Osten bleibt damit ein zentrales Risiko für die spanische Wirtschaftsentwicklung.
Inflation zieht spürbar an
Auch bei der Inflation revidiert die Zentralbank ihre Erwartungen deutlich nach oben. Für 2026 prognostiziert sie nun eine Teuerungsrate von 3,0 Prozent – gegenüber der früheren Schätzung von 2,1 Prozent. Im Jahr 2027 soll die Inflation bei 2,5 Prozent liegen, nach zuvor 1,9 Prozent.
Im Negativszenario könnte die Inflation 2026 sogar auf 5,9 Prozent klettern und 2027 bei 3,2 Prozent verharren. Für deutsche Anleger ist das relevant, da eine anhaltend hohe Inflation in Spanien auch Druck auf die EZB-Geldpolitik ausüben kann.
Spanien gilt als eine der widerstandsfähigsten Volkswirtschaften Europas. Starker Inlandskonsum, Bevölkerungswachstum und ein boomender Tourismussektor haben dem Land geholfen, besser durch das schwierige Umfeld zu kommen als viele Nachbarstaaten. Dennoch zeigt der revidierte Ausblick, dass auch Spanien vor den globalen Unsicherheiten nicht gefeit ist.
